Zum Lachen war Bodo Bach in der Stadthalle mit seinem Programm „…und…wie war ich?“

Heiteres Gebabbel mit Bodo

Bad Hersfeld. Der Meister der Babbelkunst, Bodo Bach, war am Samstagabend mit seinem neuen Programm „…und … wie war ich?“ zu Gast in der Stadthalle. „Hier gefällt es mir“, sagte Bach mehrmals während seines zweistündigen Auftritts. Kein Wunder, denn das Publikum in der ausverkauften Halle war ihm und seinen Späßen verfallen und geizte nicht mit Sympathiebekundungen wie lauten Lachern und Applaus.

In Höchstform

Der kleine Mann mit der Batschkapp babbelte in seinem breiten hessischen Dialekt munter drauf los, als er die Bühne betrat. Die Besucher erlebten den Entertainer in Höchstform, echt klasse und urkomisch. Freundlich wollte er jetzt immer sein, habe er sich vorgenommen. Geglückt ist ihm das nicht immer. Ein paar freche Sprüche bekam das Publikum ab, aber das verzieh es ihm gerne. „Ihr wollt da vorne unterhalten werden, ihr habt es auch nötig“, war nur ein Beispiel dafür.

Binden als Filter

„Was ich hier mache, nennt man in Amerika Stand-up-Comedy, das heißt, ich darf dabei nicht sitzen“, erklärte Bach. Weil das Leben die beste Comedy schriebe, erzählte Bach sehr viel über sich. Zum Beispiel, dass er in seiner Studienzeit gelernt hat, Damenbinden als Kaffeefilter zu verwenden, und dass er der erste Vorsitzende des Sanifair-Fan-Clubs ist, der Raststättentoiletten. Er sammle leidenschaftlich die Bons, um seine Familie zu Weihnachten davon einzuladen. Letztes Jahr reichte es nicht ganz, „da musste der Opa noch mal schnell laufen“.

Nicht gut weg kommen bei ihm seine Frau Gerda, und das nach 25 Ehejahren, und sein „blöder Sohn“ Rüdiger. Bach wärmte viele Klischees auf, zum Beispiel von der ungeliebten Schwiegermutter („Sie ist wie ein zu kurz geschnittener Fußnagel. Es ist nicht tödlich, aber es tut sehr weh“), über BSE, Rinderhusten und Dioxin-Eier („Wenn du dich satt isst, bist du tot“).

Er hatte sich Gedanken gemacht über übergewichtige Kinder („Die haben jetzt alle Doppelnamen, damit es sich besser verteilt“), über Heilfasten im Kloster, „dem esoterischen Dixieklo“, wo sie ihn rausgeschmissen haben, und über Trennkost („Danach trennst du dich von deiner Frau“).

Es gehe an diesem Abend nicht um Versautes und Bettgeschichten, erklärte er eingangs, obwohl der Name seines Programms dies vermuten ließe. Doch so ganz ohne das Thema Sex ging es doch nicht. Bei seiner Zugabe war ihm angesichts der Kinder im Publikum nicht ganz wohl zumute. Dem siebenjährigen Collin, den er während seiner Autogrammstunde vor der Show kennen gelernt hatte, empfahl er, die Ohren zuzuhalten. So ist er eben: offen, ehrlich und direkt. Und so lieben ihn seine Fans.

Tosender Applaus

„Und wie war ich?“, fragte er am Ende seine Zuschauer in der Stadthalle – sicherlich nicht selbstkritisch gemeint. Der „50 Jahre und 48 Monate“ alte Offenbacher hatte routiniert und selbstbewusst sein Publikum im Griff. Als Antwort auf die Frage gab es tosenden Applaus. Einem guten Zweck diente der Abend auch. Die Vorverkaufsstellen spendeten ihre Vorverkaufsgebühren an das Frühförderzentrum des Klinikums. Dessen Leiter Manfred Wiedemann bekam einen Scheck in Höhe von 850 Euro überreicht.

Von Vera Hettenhausen

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