Zwischen den Zeilen

Von heißen Tagen und „coolen“ Köpfen

Eine heiße Woche mündet in ein noch heißeres Wochenende. Besonders schweißtreibend war daher auch der Einsatz der Helfer bei dem schweren Tankstellenbrand am Donnerstag. Nur dank des schnellen, beherzten Eingreifens unserer Freiwilligen Feuerwehr, aber auch dank der guten Sicherheitstechnik an Tankstellen, ist uns Schlimmeres erspart geblieben.

„Ich fühle mich wie der Bundestrainer, wenn ein wichtiges Spiel gewonnen wurde“, sagte mir Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar. Sie ist zurecht stolz auf ihre kompetenten und fixen Feuerwehr-Kameraden. Bei einem Team aus lauter Freiwilligen ist ein so hohes Maß an Professionalität keine Selbstverständlichkeit. Deshalb auch von dieser Stelle: Danke für den guten Einsatz!´

Bereits Anfang der Woche hatten unsere freiwilligen Helfer einen schweren Einsatz, als ein Asylbewerber im Breitenbacher Baggersee ertrunken ist. Leider konnten die sie trotz aller Schnelligkeit den 24-jährigen Mann aus Eritrea nur noch tot bergen. Dieses Unglück hat eine besondere Tragik. Vermutlich hatte der junge Mann auf der langen Flucht aus seiner Heimat auch den Weg übers Mittelmeer genommen, das für so viele Flüchtlinge zum nassen Grab wird. Er aber hatte den Weg in ein besseres Leben geschafft – und ertrinkt dann beim Baden im Baggersee.

Das Schicksal der Flüchtlinge, die Entbehrungen und Gefahren ihrer Odyssee, lässt bei uns wohl kaum jemanden kalt. Dennoch stellt der Exodus auch unsere Region auf eine schwere Probe. Viel schneller als geplant sollen nun 600 Asylbewerber eine erste Zuflucht in der Rotenburger Alheimer-Kaserne finden. Die kleine Stadt wird von den Plänen von Bund und Land regelrecht überrollt. Mich beeindruckt in dieser schwierigen Situation die vorbildliche Haltung von Rotenburgs wackerem Bürgermeister Christian Grunwald. Trotz seines Ärgers über die Hau- Ruck-Aktion behält er einen kühlen Kopf und wird nicht müde, bei seinen Mitbürgern um Verständnis für die Lage der Flüchtlinge zu werben. Die Stadt will sie mit offenen Armen aufnehmen. Dabei darf unsere Nachbarstadt Rotenburg aber nicht allein gelassen werden. Jetzt sind alle gefordert, Menschlichkeit zu zeigen und nicht nur zu predigen.

Vergleichsweise klein, aber doch ernstzunehmen, sind die Probleme, von denen uns die Gastronomen in Bad Hersfeld berichten. Wir hören, dass viele von ihnen gar nicht zufrieden sind mit dem neuen Ablauf der Festspiele. Das En-Bloc- Spielen drücke die Übernachtungszahlen, die Gastronomiezelte vor der Ruine seien eine Konkurrenz für die Betriebe in der Stadt. „Ich merke gar nicht richtig, dass Festspiele sind“, sagte mir ein Wirt in der Fußgängerzone. Ein bekannter Hotelier indes ist mit dem Geschäft zufrieden. Aber er räumt ein, dass die Konkurrenz hart ist und daher besondere Anstrengungen verlange. So oder so – ich vermute, auch dieses Thema wird bei der Bilanz der ersten Wedel- Spielzeit eine Rolle spielen. Jetzt gilt aber erst mal: Cool bleiben!

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