Bad Hersfelder Senioren besuchen Tattoo-Studio in Wüstensachsen

Heiße Nadeln im hohen Alter

Die Leiterin des Seniorentreffs Silke Herberg und die rüstigen Rentner im Tattoo-Studio Foto: nh

Bad Hersfeld. Eine Welle der Begeisterung, Neugierde und Mitgefühl löste das Tat-too-Studio in Wüstensachsen bei den Teilnehmern des Seniorentreffs Innenstadt Bad Hersfeld aus. Für die unternehmungslustigen Reisenden wurde eine völlig neue, unbekannte Welt auf der Rhönrundfahrt betreten. Beim Betreten des Tattoo-Studios gaben die leuchtend, schillernden Wandfarben und die verschiedenen Tätowierungen auf den Bildern, den Betrachter schon einen kleinen Vorgeschmack auf den erlebnisreichen Tag.

Während die Leiterin Silke Herbert hinter einer Saloontür bei einem Modell die Konturen des Tattoos aufzeichnete, wurde den Teilnehmern auf der Terrasse von der Mitarbeiterin Janine Hohn eindrucksvoll geschildert, wie die diversen Nadeln, Farbe und schmerzstillenden Mittel zum Einsatz kommen.

Im Anchluss durften die Senioren der Tättowiererin über die Schulter schauen. Ein Kunde ließ sich gerade einen Totenkopf auf dem Unterarm stechen. Silke Herbert erläuterte während des Tätowiervorgangs mit dem quietschenden Nebengeräusch, das sonst nur beim Bohren von Zahnärzten zu hören ist, ihre künstlerische Arbeit und stellte sich den interessierten Fragen. Die bisher älteste Kundin sei 74 Jahre alt gewesen, sagte Herbert. Von den Anwesenden konnte sich dennoch niemand dazu entschließen, sich selbst tätowieren zu lassen. Nach anfänglichem Zögern ließen sich einige Teilnehmer allerdings ein Henna-Tattoo auf die Haut malen. Dieses hält nur einige Tage. So könne man den Angehörigen zu Hause einen gehörigen Schrecken einjagen und deren Reaktion testen. (red/am)

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