Feierlicher Akt an Gedenkstätte in Rasdorf/Geisa

Point Alpha: US-Armee erinnert an die Grenze der Freiheit

Rasdorf/Geisa. Mit einem feierlichen Fahnenzeremoniell ist auf Point Alpha an die letzte Grenzpatrouille und den Abzug der Amerikaner vor 25 Jahren erinnert worden.

An der „Last Border Patrol“ nahmen auch der Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow, Hessens Europaministerin Lucia Puttrich und der amerikanische Botschafter in Berlin, John B. Emerson, sowie viele Veteranen der US-Armee teil, von denen einige auch in Bad Hersfeld waren. Alle würdigten die Bedeutung von Point Alpha als Gedenkstätte an der ehemaligen „Grenze der Freiheit“

Viele hochrangige Vertreter aus den USA und Deutschland würdigten in ihren Reden die Bedeutung von Point Alpha im Kalten Krieg, aber auch als Erinnerungsort nach der deutschen Einheit. Wir dokumentieren einige Stimmen:

Volker Bausch, Direktor der Point Alpha Stiftung, erinnerte daran, dass die Soldaten auf Point Alpha im Ernstfall nur wenige Minuten überlebt hätten. Er dankte den Veteranen und sagte: „Welcome back home“.

Bodo Ramelow, Ministerpräsident von Thüringen, sagte, er sei dankbar, dass die militärischen Szenarien vom Fulda-Gap nie Wirklichkeit geworden sind. Heute seien die USA einer der wichtigsten Investoren in Thüringen. Seit 1990 hätten sie dort rund 2,2 Milliarden Euro investiert und so 11 000 Arbeitsplätze geschaffen. Point Alpha sei ein Symbol dafür, dass Grenzen überwunden werden können. Er mahnte aber auch mit Blick auf die Flüchtlingstragödien, dass Menschen nicht vor Grenzen ertrinken dürfen.

Lucia Puttrich, Europaministerin von Hessen, sagte, auf Point Alpha habe Weltgeschichte stattgefunden und dankte den USA für die Hilfe nach dem Krieg. „Es ging Amerika nicht um Vergeltung, sondern um den Aufbau.“ Dies sei bis heute das Fundament der deutsch-amerikanischen Freundschaft. Sie freute sich besonders, dass auch 120 Schüler an der Gedenkveranstaltung teilnahmen, um mit Zeitzeugen zu sprechen. Dies unterstreiche die Bedeutung von Point Alpha als Lernort.

John B. Emerson, US-Botschafter in Berlin, würdigte die wichtige Arbeit der Point Alpha-Stiftung und dankte den Hessen für die jahrelange Gastfreundschaft für Generationen von amerikanischen Soldaten. Mit Blick auf die heutigen komplexen Konflikte und den Kampf gegen den Terror erscheine einem der Kalte Krieg fast schon einfach, zitierte er US-Außenminister John Kerry. Der Botschafter betonte die Bedeutung der deutsch-amerikanischen Beziehungen bei dem Versuch, die globalen Krisen friedlich zu bewältigen.

Vizeadmiral Heinrich Lange, Abteilungsleiter Führung Streitkräfte, bezeichneten Point Alpha als einen Ort der „bitteren Grenz-Erfahrungen“, an dem man immer auf der Hut war, um im Kalten Krieg einen heißen Krieg zu verhindern. Heute sei Point Alpha vom Rande Europas in dessen Mitte gewandert, ohne sich selbst zu bewegen.

Feierlicher Akt Point Alpha

Generalleutnant Ben Hodges, Kommandierender General der US-Landstreitkräfte in Europa, sagte, Point Alpha sei ein „Ort der Wahrhaftigkeit“, an dem Geschichte bewahrt werde. Er lobte die Rolle Deutschlands in der Nato, die Militärallianz sei heute stärker als je zuvor. Dies sei angesichts der komplexen Bedrohung von Europa auch gut und wichtig. (kai)

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