Wo die Bürgermeisterkandidaten gewonnen und wo sie verloren haben

Heimvorteil bringt Stimmen

Das war’s in der ersten Runde für Gunter Müller (rechts) und Thomas Fehling. Auf ein Neues in der Stichwahl am 21. November.

Bad Hersfeld. „Der geht wohl gleich durch“, mutmaßte ein Medienvertreter, als am Wahlabend um 18.13 Uhr im Multifunktionsraum der Stadtbibliothek das erste Ergebnis an die Wand projiziert wurde: 64,2 Prozent für Gunter Müller (SPD) in Allmershausen, nur 15,8 Prozent für Thomas Fehling (FDP).

Doch das schnellste Ergebnis war für beide Kandidaten auch schon das extremste: Nirgendwo sonst erhielt der eine mehr Prozente, nirgendwo der andere weniger.

Und nicht immer lag der Sozialdemokrat vor dem Liberalen: In Beiershausen, am Eichhof, in beiden Lokalen an der Sommerseite und in der Linggschule rechts siegte Fehling.

Apropos Sommerseite: Erhielt Thomas Fehling nahe seiner Wohnung überdurchschnittlich viele Stimmen, so galt dies auch für Gunter Müller: Der kam im Stadtteil Hohe Luft in beiden Wahllokalen auf um die 50 Prozent.

An seinem Wohnort Kohlhausen profitierte auch Hans Wilhelm Saal (unabhängig) vom Heimvorteil: 23,7 Prozent der Stimmen war sein bestes Einzelergebnis, auch im benachbarten Beiershausen gab es für ihn noch 18,9 Prozent – in beiden Orten deutlich mehr als die 10,9 Prozent vom Endergebnis. In Kohlhausen fiel übrigens Gunter Müller durch: nur 24,3 Prozent.

So haben die einzelnen Stimmbezirke gewählt.

Bürgermeisterwahl: Ergebnisse der Stimmbezirke

Beim Blick auf die Einzelergebnisse von Martin Gröll fällt auf, dass der Bürgermeister der Nachbargemeinde Friedewald vor allem bei den Briefwählern und in manchen Stadtteilen punktete: Um die 25 Prozent erzielte er in zwei Briefwahlbezirken, 22,8 Prozent im Wahlbezirk 16 auf dem Johannesberg. Gut 21 Prozent waren es in Sorga und am Eichhof, fast 20 in Kathus. Doch in der Kernstadt lag Gröll meist nur noch um die oder unter 15 Prozent, sodass es am Ende lediglich zu 17,3 Prozent reichte. In Beiershausen ging er gar mit nur 9,1 Prozent unter.

Michael Kreher (unabhängig), der Exot unter den Kandidaten erzielte sein bestes Ergebnis in der Ernst-von-Harnack-Schule: 2,6 Prozent. Leer ging Kreher hingegen in Allmershausen aus: keine Stimme, 0,0 Prozent.  

Von Karl Schönholtz

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