E10: Was Kunden nicht wollen, wird an Tanke nicht angeboten

Heimische Händler meiden Biokraftstoff

Hersfeld-Rotenburg. Die Tankkunden im Kreis Hersfeld-Rotenburg haben es gut: Wer nicht will, muss nach wie vor nicht zur Zapfpistole mit dem E 10-Kraftstoff greifen. Während beispielsweise die beiden Total-Tankstellen in Bad Hersfeld bei der von der Bundesregierung verfügten Konzernpolitik mitschwimmen und E10 feilbieten, halten sich die beiden mittelständischen Mineralgroßhändler im Landkreis bei der Einführung bewusst zurück.

„Wir haben überhaupt noch kein E10 im Programm“, erklärt Maik Reinhardt von der Bad Hersfelder Niederlassung des Rotenburger Mineralölgroßhändlers Kurt Günther. Reinhardt betreut 15 kleinere Tankstellen im näheren Umkreis. Und weil sie ihre Tanks nicht mit einer Ware blockieren, die keiner zapfen will, habe es über Ostern auch keine Engpässe gegeben, versichert Peter Günther, Inhaber der Bebraer Mineralölgroßhandlung VW Günther. Der ARAL-Autohof in Bad Hersfeld wurde sogar am Samstag noch von einem Tankzug beliefert.

Die Firma, die in Hessen und Thüringen 20 Tankstellen unterhält, hat sich mit Erfolg der Einführung des E 10 widersetzt. So gibt es auch auf dem Autohof am Schnittpunkt der Bundesstraßen keinen E10-Kraftstoff. An Auflagen, die die Bundesregierung den Konzernen und Herstellern gemacht hat, ist der Handel nicht gebunden.

„Wir haben unseren Lieferanten klipp und klar gesagt, dass die Kunden das E 10 nicht wollen.“ Das, so Peter Günther, habe dazu geführt, dass die Autofahrer trotzig auf das teurere Super plus auswichen. Seitdem kauft oder importiert VW Günther wieder das gute, alte Superbenzin mit dem fünfprozentigen Ethanol-Anteil. Rechtzeitig sei die Ausbreitung der E10-Welle aus dem Süden und Osten vor Kassel zum Stillstand gekommen.

Bis auf drei Tankstellen habe man alle Stationen zwar schon für 10 ausgerüstet, aber nicht überall sei die Belieferung logistisch zu leisten. Hintergrund, Zum Tage

Von Kurt Hornickel

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