Susanne Mourdoukouta und Dietrich Ibold eröffnen ihre Ausstellungen im Stift

Heimat zweimal anders

Im Kapitelsaal der Galerie im Stift: Susanne Mourdoukouta vor einem Triptychon. Die Künstlerin verbindet die romantische Kulisse der Stiftsruine mit griechisch-orthodoxen Elementen der Ikonenmalerei. Foto: Spanel

Bad Hersfeld. Gleich zwei außergewöhnliche Künstler eröffnen an diesem Wochenende ihre Ausstellungen in der Bad Hersfelder Galerie im Stift. Noch bis Ende Dezember werden Exponate des Aquarellisten Dietrich Ibold sowie der Ikonenmalerin Susanne Mourdoukouta aus Kalamata in Griechenland zu sehen sein.

Brücke zwischen Kulturen

Ein ganz besonderes Augenmerk liegt dabei auf Susanne Mourdoukouta. Die gebürtige Hersfelderin lebt als professionelle Ikonenmalerin und freie Künstlerin in Griechenland. In ihrer Ausstellung „Die Stiftsruine als Bühne und als Kirche“ schlägt sie die Brücke zwischen zwei Welten: „Ich habe die griechische Motivik mit der romantischen Kulisse der Stiftsruine verheiratet“, erklärt die Künstlerin.

Ohnehin sei die ursprüngliche Kirchenarchitektur der Stiftsruine der byzantinischen nicht unähnlich. „Im Zusammenspiel ergeben die romantische Heimatkulisse und die byzantinischen Elemente, Schmuckborten und Engelsikonen einen einzigartigen, faszinierenden Zweiklang.“

Auch im zweiten Teil der Ausstellung, der die Stiftsruine als Bühne aufgreift, bleibt sich die Künstlerin treu. Gezeigt werden Exponate, welche die „Odyssee“-Aufführung der Festspiele thematisieren. Auch hier ist die Verbindung zur griechischen Kultur augenscheinlich.

Susanne Mourdoukoutas Ausstellung „Die Stiftsruine als Bühne und als Kirche“ wird am Sonntag, 28. Oktober, ab 11.30 Uhr im Kapitelsaal der Galerie im Stift eröffnet.

Reise durch die Geschichte

Eine ganz andere Art, sich mit der Heimat auseinanderzusetzen, hat Dietrich Ibold. Der 67-Jährige nimmt die Besucher seiner Vernissage „Aquarelle“ mit auf eine Zeitreise durch die Stadtgeschichte Bad Hersfelds. Seinen historischen Stadtansichten liegen Originale der Kupferstiche des Matthäus Merian zugrunde, der um das Jahr 1600 zahlreiche deutsche Städte kartographierte. Heute längst verschwundene Türme, Stadtmauern und Wassergräben werden auf dem Aquarellpapier noch einmal zum Leben erweckt.

Doch auch aktuelle Szenen des Bad Hersfelder Stadtlebens dürfen auf den über 40 ausgestellten Werken nicht fehlen. Besonders der Stiftsbereich hat es dem Künstler dabei angetan: Mit bunten Farben und aus ungewöhnlichen Perspektiven wird dem Hersfelder Wahrzeichen mal eine ganz andere Bühne gegeben.

Reizvoll an denjenigen Exponaten, die Dietrich Ibold von seinen zahlreichen Reisen mitgebracht hat, ist der völlige Verzicht auf Vorzeichnungen mit dem Bleistift: „In meinen neuen Schöpfungen habe ich das Bestreben, mich von allen Vorlagen zu lösen. So bin ich ganz frei in meinem Schaffen.“

Dietrich Ibolds Ausstellung „Aquarelle“ wird am Samstag, 27. Oktober, ab 15.30 Uhr im Dachgeschoss der Galerie im Stift eröffnet. Der Eintritt zu beiden Ausstellungen ist frei.

Von Emily Spanel

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