Sanierung der Schlosskirche – Dienstwohnung, Pfarramt und Gemeinderäume entstehen

Ein Heim für den Pfarrer

Kirchensanierung: Manfred Buchs vom Kirchenvorstand, Pfarrerin Rita Stückrad-Frisch und Küsterin Martina Martens schauen sich auf der Baustelle im Südflügel der Philippsthaler Schlosskirche um.

Philippsthal. In den kommenden zwei Jahren – so die grobe Zeitvorgabe – wird der Südflügel der Philippsthaler Schlosskirche wieder bewohnbar. In einem ersten Bauabschnitt sollen für rund 1,2 Millionen Euro eine 140 Quadratmeter große Pfarrerdienstwohnung entstehen, das Pfarramt eingerichtet sowie Gemeinderäume geschaffen werden.

Zudem ist angedacht, den Zugang der Kirche von der Westseite zu ermöglichen – und zwar behindertengerecht.

Die Bauleitung hat das Büro Aschenbach Architekten BDA aus Weimar übernommen. Das Büro hat nach einer Architektenausschreibung den Zuschlag erhalten. „Insgesamt haben sich vier Architekten an der Ausschreibung beteiligt. Drei davon waren vor Ort“, berichtet Pfarrerin Rita Stückrad-Frisch.

Vorarbeiten abgeschlossen

Bereits abgeschlossen sind die bauhistorische und baustatische Voruntersuchung. 114 Arbeitsstunden haben der Bauausschuss und der Kirchenvorstand schon abgeleistet. So wurden bereits abgehangene Decken sowie Teile des Putzes und der Dielen entfernt.

Pfarrerin Rita Stückrad-Frisch hofft, dass die Arbeiten gut voranschreiten werden, denn spätestens zu ihrem Abschied muss alles fertig sein, damit der neue Pfarrer oder die neue Pfarrerin in den sanierten Südflügel der Schlosskirche einziehen kann. „Eine Pfarrwohnung gibt es nämlich nicht mehr in Philippsthal. Das Haus ist an den Bürgermeister vermietet“, sagt die Pfarrerin, die selbst in einem eigenen Haus im Ort lebt.

Im Anschluss an den 1. Bauabschnitt sollen noch zwei weitere folgen. Die Gesamtbaukosten für den Bereich Südflügel sind mit drei Millionen Euro angegeben.

In den Jahren 2011 und 2012 ist schon der Dachstuhl der Kirche für etwa 740 000 Euro erneuert worden. 100 000 Euro waren seinerzeit von der Denkmalpflege übernommen worden. Den großen Rest stemmte die Landeskirche. Und weil die Philippsthaler Schlosskirche eine Patronatskirche ist, wird die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck auch diesmal wieder den Löwenanteil der Kosten stemmen.

Raum im Raum

Ob und wann die zwei weiteren Bauabschnitte in Angriff genommen werden, ist noch offen. Dabei geht es um Themen wie energetische Sanierung sowie einen Raum im Raum, der im Kirchenschiff für 100 Personen entstehen soll und über ein separates Heizsystem verfügen könnte.

Auf jeden Fall muss sich die Kirchengemeinde an den Kosten beteiligen. Das soll über den Verkauf des evangelischen Gemeindehauses geschehen. Dieses Gebäude würde nach Fertigstellung des 1. Bauabschnitts nämlich nicht mehr gebraucht. „Doch so leicht lässt sich eine derartige Immobilie nicht veräußern“, möchte die Pfarrerin nicht schon Erfolge vermelden, bevor sie tatsächlich eingetreten sind.

Von Mario Reymond

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