Überlastung: Pächter gibt nach 15 Jahren die Bad Hersfelder Traditionsgaststätte ab

Heck räumt Sportlereck

Bleibt sein Reich: Auf die Festspielkantine im Stiftsbezirk will Peter Heck ab nun sein volles Augenmerk richten. Nicht nur zur sommerlichen Theaterzeit, wie auf unserem Bild, sondern das ganze Jahr über sind feste Öffnungszeiten beschlossene Sache. Foto: HZ-Archiv

Bad Hersfeld. In der Bad Hersfelder Traditionsgaststätte Sportlereck brennt seit drei Wochen kein Licht mehr. Am 21. Januar schon hat Pächter Peter Heck (51) die Tür zugemacht. Für immer, wie er sagt. Die Preisliste ist aus dem Aushang entfernt. Im Glaskasten hängt ein Schild, das von einer vorübergehenden Schließung wegen Reparatur- und Wartungsarbeiten kündet.

Die Stammkunden sind aufgebracht, sie haben eine feste Anlaufstelle und Kontaktbörse am Feierabend verloren. „Ich kann mich nicht teilen, und der Betrieb zweier Objekte reibt mich auf“, bekannte Peter Heck gestern gegenüber unserer Zeitung.

Es sei nicht möglich, beide Betriebe, also die Festspielkantine und das Gasthaus am Linggplatz, allein von Mitarbeitern betreiben zu lassen, sagt der Gastronom, der im Jahr 1998 zusammen mit seinem damaligen Lebenspartner Günther Heck das Sportlereck eröffnet hatte. 2005 ging die Festspielkantine in ihrer heutigen Form an den Start.

Das Sportlereck gehört der Radeberger Gruppe. Mit der Brauerei hat Peter Heck noch einen Pachtvertrag, der bis zum Jahr 2017 Gültigkeit hat. Der Gebietsrepräsentant der Bauerei-Gruppe, Karl Asbach, weiß schon seit dem Herbst des vergangenen Jahres, dass er sich um einen neuen Pächter für die Immobilie bemühen muss. Schon länger bemüht sich Karl Asbach um die Nachfolgeregelung. Er habe eine Reihe von Interessenten.

„Ich spreche mit Vielen“, sagt Karl Asbach. Ein Zuschlag sei noch nicht erteilt. Zwar habe Peter Heck die Tür zugemacht, dieser könne sie aber jederzeit auch wieder aufschließen, meint Karl Asbach. Zunächst müsse es Reparaturen im Inneren geben. Das verzögere teilweise den nahtlosen Pächterwechsel.

Klar ist für Karl Asbach jedoch, dass bis zum Kneipenfestival vor Ostern ein neuer Pächter gefunden sein wird. Und klar ist damit für die Besucher des Lullusfestes, dass eines der beiden beliebtesten Fetenzelte in neue Hände kommt.

Die Frage Sportlereck oder Festspielkantine war für Peter Heck schnell entschieden. Das Haus im Stiftsbezirk hatte die Familie Heck seinerzeit auf 77 Jahre vom Land Hessen gepachtet und viel Geld in die Sanierung gesteckt. Ab März öffnet die Kantine zu festen Zeiten wieder ihre Pforten und ist auch zum Kneipenfestival geöffnet.

Peter Heck gibt offen zu, dass es schwieriger geworden ist, in Bad Hersfelds zentralster Lage ein Lokal zu betreiben, das floriert. Immer neue Gaststätten eröffnen im Umfeld von Markt- und Linggplatz.

Das Angebot steige, aber nicht die Zahl der Gäste. In den zurückliegenden vier Jahren habe er alles versucht, das Geschäft in Schwung zu bringen, und gespart, wo es nur ging, um die Kosten zu decken. Spezielle Angebote und der Umbau hätten die Besucherfrequenz nicht erhöhen können.

Das treffe seit der Einführung des Rauchverbots in Gaststätten alle Wirte.

Von Kurt Hornickel

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