41-Jährige aus dem Werratal wegen Geldwäsche verurteilt

Hausfrau in Diensten der Russen-Mafia

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Bad Hersfeld. Wegen Geldwäsche hat die Strafrichterin am Bad Hersfelder Amtsgericht eine 41 Jahre alte Hausfrau aus dem Werratal zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird.

Die Mutter von drei Kindern war im März und April vergangenen Jahres als sogenannte Paketagentin für ein dubioses Unternehmen tätig, das mit erschlichenen Kundendaten im Online-Handel Waren wie Smartphones, Uhren oder Bekleidung bestellte und über Mittelsleute ins Ausland – meist nach Russland – weiterleiten ließ.

Im Falle der Frau aus dem Werratal wurde dabei innerhalb kürzester Zeit ein Schaden von mehr als 17 000 Euro angerichtet. Die Hintermänner dieser mutmaßlich von der Russen-Mafia initiierten Geschäfte bleiben meist unerkannt im Dunkeln.

Vor Richterin Silvia Reidt waren sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung einig, dass in der Angeklagten eher ein Opfer als eine Täterin zu sehen sei. Sie hatte sich angesichts des Arbeitsvertrages, der ihr 30 Euro je Paket und 400 Euro monatliches Festgehalt in Aussicht stellte, sogar bei Verbraucherberatung und Mini-Job-Zentrale nach der Seriosität ihres Arbeitgebers erkundigt, auf den sie über ein Stellenangebot im Internet aufmerksam geworden war.

Die bislang von Hartz IV lebende Hausfrau hatte gehofft, durch diese Arbeit der Bedürftigkeit zu entrinnen und gleichzeitig zuhause ihre Kinder betreuen zu können.

Während ihr Verteidiger Dieter Gehb in der Angeklagten ein „ahnungsloses Werkzeug“ sah und Freispruch forderte, sahen Oberamtsanwalt Berthold Hartung und Richterin Reidt die Hausfrau bei aller Naivität nicht ohne Schuld: Weil sich in einigen Päckchen Waren im Wert von lediglich um die hundert Euro befanden, hätte die Agentin bei der ihr in Aussicht gestellten Provision von 30 Euro etwas ahnen müssen. zum Tage, Hintergrund

Von Karl Schönholtz

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