Bürgermeister begründet Antrag mit fehlendem Vertrauen

Haunetal: Euler will aus Amt ausscheiden

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Haunetals Bürgermeister Stefan Euler will nicht mehr. Ihm fehlt das Vertrauen der Gemeindevertretung.

Haunetals Bürgermeister Stefan Euler (37) will nicht mehr. Der seit Sommer erkrankte Verwaltungschef (unsere Zeitung berichtete) hat einen Antrag auf Ausscheiden aus dem Amt nach dem Paragraphen 76 a der Hessischen Gemeindeordnung gestellt.  

Dieser ermöglicht den Ruhestand aus besonderen Gründen. Euler nennt fehlendes Vertrauen der Gemeindevertretung „in vielen wichtigen Bereichen“ als Grund.

Im Haunetaler Rathaus, wo der Antrag gestern Morgen per Post eintraf, war man sichtlich überrascht. „Ich bin baff. Bis heute war mir davon nichts bekannt“, erklärte Hauptamtsleiter Volker Heise. Auch unter den Kommunalpolitikern hatte sich der Vorstoß Eulers noch nicht überall herumgesprochen. Dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Dr. Axel Schreiber, lag der Antrag indes schon seit Ende November vor. Dieser war für eine Stellungnahme bislang jedoch noch nicht zu erreichen.

Zwei Drittel der 23 Gemeindevertreter müssten dem Antrag zustimmen, um Euler in den Ruhestand zu versetzen. Würde dies geschehen, stünde dem scheidenden Bürgermeister laut Kommunalaufsicht ein sogenanntes Ruhegehalt zu – vorausgesetzt er war mindestens fünf Jahre im öffentlichen Dienst tätig. Bevor er nach Haunetal kam, war Euler in der Finanzverwaltung der Gemeinde Gemünden und im Rechnungsprüfungsamt des Wartburgkreises beschäftigt. Im September 2011 wurde der damals 34-Jährige mit 53,6 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Die nächste Sitzung der Haunetaler Gemeindevertreter ist für Februar angesetzt.

Ohne Bürgermeister muss derzeit auch die Gemeinde Wildeck auskommen, deren „Oberhaupt“ Jürgen Grau seit einem Jahr krank geschrieben ist. In Friedewald hatte sich Martin Gröll 2012 vom Parlament in den vorzeitigen Ruhestand versetzen lassen. (nm)

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