Ein Hauch von Sommer und der Baum des Jahres

Viele Grüße aus Bad Salzungen nach Bad Hersfeld an die Leser der HZ. Nach dem viel zu langen Winter gab es vorige Woche schon mal einen Hauch Sommer zu erleben. Gartenbesitzer griffen eilig zu Spaten und Hacke, um den rund dreiwöchigen Zeitverzug, den uns die Natur diktierte, wenigstens teilweise wieder aufzuholen. Aber auch in den Schwimmbädern der Region herrscht rege Betriebsamkeit. Badegäste sind natürlich noch nicht anzutreffen, in manch einem Becken ist noch nicht einmal Wasser drin. Dafür gibt es allerhand zu reinigen, zu reparieren oder neu zu bauen, damit pünktlich zum Saisonstart alles fertig ist. Manche Bäder wollen bereits Mitte Mai ihre Tore öffnen, andere Anfang Juni.

Am Wochenende war der Sommertraum aber erst mal vorbei. Stattdessen will der April an seinen letzten Tagen seinem wechselhaften Ruf noch mal alle Ehre machen. Die Temperaturen erinnern eher an Winter als Frühling oder gar Sommer. Ob der in dieser Woche beginnende Wonnemonat Mai gleich zu Beginn seinem Namen gerecht wird oder ob das Aprilwetter weiterhin dominiert, wird sich zeigen. Die Meteorologen sind mit ihren Prognosen eher vorsichtig.

Vorige Woche war „Tag des Baumes“. Theodor Heuss, erster Bundespräsident, pflanzte am 25. April 1952 gemeinsam mit Innenminister Dr. Robert Lehr im Bonner Hofgarten einen Baum. Seitdem wird an diesem Datum alljährlich in der Bundesrepublik der „Tag des Baumes“ begangen und daran erinnert, wie lebenswichtig die Gehölze für unsere Umwelt sind. Auf der Sängerwiese in Bermbach wird Jahr für Jahr aus diesem Anlass der „Baum des Jahres“ gepflanzt, den seit 1989 ein ebenfalls bundesweit agierendes Kuratorium festlegt. Dieses Jahr ist es der Wildapfel (Malus sylvestris). Die Baumpatenschaft übernahm die Thüringer Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön. Deren Leiter Karl-Friedrich Abe und Mitarbeiter Rolf Friedrich griffen zu Spaten und Gießkanne.

Bemerkenswert ist, dass der Park der Jahresbäume oberhalb der Sängerwiese auf einer ehemaligen Müllkippe wächst. Das ist ein hervorragendes Beispiel praktizierten Umweltschutzes, zumal sich um die Pflege der Bäume die Kinder und Jugendlichen der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz kümmern, die außerdem einen mehrere Kilometer langen Naturlehrpfad und 70 Nistkästen unter ihre Fittiche nahmen. Die AG gibt es seit 40 Jahren.

Wer das Keltenbad in Bad Salzungen besuchen möchte, sollte das in dieser Woche tun. Bis Sonntag ist es noch geöffnet und dann bis Mitte September wegen Umbauarbeiten geschlossen.

stefan.sachs@stz-online.de

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