21-Jährige studiert in der Domstadt

Junge Frau aus dem Kreis in Köln attackiert: „Hatte Angst um mein Leben“

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Tatort Hauptbahnhof: Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht verstärkt die Polizei die Präsenz am Kölner Hauptbahnhof.

Hersfeld-Rotenburg. Von einem „Sex-Mob“ in Köln schreibt eine große Boulevardzeitung: Die Attacken in der Silvesternacht sorgen weiter für Diskussionen und Schlagzeilen. Zahlreiche Frauen sollen dort von dutzenden Tätern bedrängt, missbraucht und bestohlen worden sein (unsere Zeitung berichtete). Auch eine junge Frau aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg wurde zum Opfer. Noch immer ist sie sichtlich geschockt.

Gemeinsam mit einer Freundin und einem Freund, die ebenfalls aus dem Landkreis stammen, war Stefanie A. bei einer großen Party in der Nähe des Hauptbahnhofs. Gegen 5 Uhr wollte sich die 21-Jährige auf den Heimweg machen. Das Angebot ihrer Freunde, sie zum Taxi zu begleiten, schlug sie aus. „Ich war hier schon oft feiern und es hat noch nie Probleme gegeben“, sagt die Studentin, die seit September 2013 in der Domstadt lebt.

Auf der Straße seien dann plötzlich mehrere Männer hinter ihr aufgetaucht, die ihr zwischen die Beine gegriffen hätten. „Zum Glück hatte ich eine Hose an“, berichtet die 21-Jährige. Schließlich habe die Gruppe sie regelrecht eingekesselt. „Überall waren Hände, mir wurde an den Haaren gezogen, sie haben mich als Schlampe beschimpft und als ich geschrien habe, wurde ich sogar geschlagen“, berichtet die junge Frau noch immer fassungslos. Auch die Tasche habe man ihr entreißen wollen, was allerdings misslang.

Herausgerissene Haare und ein Bluterguss an der Brust zeugten von der ungeheuerlichen Tat. Erst als sie immer weiter und lauter geschrien habe, hätten die Männer von ihr abgelassen. Auch ihre Freunde seien später auf dem Heimweg bedrängt worden, musste die 21-Jährige erfahren.

Inzwischen hat die Studentin Anzeige wegen Körperverletzung, sexueller Belästigung und Nötigung erstattet – gegen Unbekannt. Zur Polizei traute sie sich allerdings erst zwei Tage nach der Tat. „Ich habe das erstmal verdrängt und heulend zu Hause gesessen“, erklärt die junge Frau.

Bei der Polizei habe man ihr dann gesagt, dass es ganz in der Nähe am gleichen Abend auch eine Vergewaltigung gegeben hätte. Einer Bekannten, die gemeinsam mit ihr zur Polizei gegangen sei und die am besagten Abend einen Rock trug, hätten die unbekannten Täter den Slip zerrissen.

„Ich hatte Angst um mein Leben“, beschreibt die aus Hohenroda stammende Wahl-Kölnerin die Situation. Wie viele Männer es genau waren, die sie bedrängten, kann die Studentin nicht sagen. Etwa zwischen 20 und 30 Jahren alt seien sie gewesen und arabisch oder nordafrikanisch aussehend. „Die haben das eiskalt geplant“, ist sich die Studentin angesichts des Vorgehens sicher. Wiedererkennen würde sie wohl niemanden, alles ging so schnell und es war dunkel.

„Ich will niemanden beschuldigen und ich habe auch nichts gegen Flüchtlinge“, betont die 21-Jährige. Inzwischen habe sie aber Angst wieder feiern zu gehen. „In den vergangenen Tagen habe ich das Haus kaum verlassen“, erzählt sie. (nm)

*Der Name ist der Redaktion bekannt

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