Ein Jahr und zehn Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung für 26-jährigen Bebraner

Hasch-Express aus Holland

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Bad Hersfeld. Drei junge Leute haben im vergangenen Jahr Marihuana aus den Niederlanden nach Deutschland geschmuggelt – einmal in nicht geringer Menge. Daher hat das Schöffengericht in Bad Hersfeld einen 26-jährigen Bebraner zu einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Das Verfahren gegen eine 19-jährige Rotenburgerin, die die zwei Hasch-Transporte wissentlich als Fahrerin unterstützte, wurde eingestellt. Die Auflage: Sie muss 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Einem Mittäter, der nahe der niederländischen Grenze wohnt, erlegte Amtsgerichtsdirektorin Michaela Kilian-Bock nach Jugendstrafrecht eine Geldstrafe in Höhe von 500 Euro auf. Er war bei dem ersten Vergehen dabei.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 26-jährige Haupttäter im September vergangenen Jahres 225 Gramm Marihuana in der holländischen Stadt Enschede für 1000 Euro gekauft und mit nach Deutschland genommen hat. Der 20-jährige Komplize, der ein Jahr lang in Bebra gelebt hat, vermittelte seinen Kumpel an den Verkäufer und begleitete ihn.

Neun Tage später suchten der Bebraner und seine damalige Lebensgefährtin zu zweit erneut den Dealer auf, um 148 Gramm der Droge zu kaufen. Auf der Heimfahrt wurden die beiden in Rotenburg von der Polizei erwischt, die Drogen sichergestellt und untersucht. Ein Gutachten ergab, dass der Wert des Wirkstoffs THC im Marihuana 9,8 Gramm betrug und damit der Grenzwert „einer nicht geringen Menge“ von 7,5 Gramm überschritten war.

Das Verhör bei der Polizei hat die junge Frau dazu veranlasst, auch das vorangegangene Vergehen anzugeben. Von dem Drogen-Kauf habe sie gewusst, ihrem Partner den Gefallen aber aus Liebe getan.

Geständnisse abgelegt

„Damit hat sie dazu beigetragen, dass alles aufgeflogen ist und bewirkt, dass die beiden Herren Geständnisse ablegen“, sagte Richterin Kilian-Bock. Denn bei der Polizei hätten sie die Vorwürfe noch bestritten.

Stellvertretend für den Angeklagten aus Bebra sagte sein Verteidiger aus: „Mein Mandant gibt zu, beide Male Marihuana eingeführt zu haben. Zu dieser Zeit hat er sieben Joints am Tag geraucht, hatte berufliche und familiäre Probleme. Er wollte neuen Stoff für weniger Geld.“ Er verwies darauf, dass nicht zweifelsfrei belegt werden könne, dass bei der ersten Tat eine nicht geringe Menge vorlag.

Das sah Richterin Kilian-Bock genauso. Ansonsten wäre der Angeklagte nicht mit einer Bewährungsstrafe davongekommen, erklärte sie. Die Bewährungszeit beträgt vier Jahre. Zudem muss sich der vorbestrafte Mann Drogen-Kontrollen und einer Suchttherapie unterziehen.

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