Jutta Gallus, die Frau vom Checkpoint Charlie, war zu Gast an der MSO

Hartnäckig um Kinder gekämpft

Jutta Fleck (rechts) war zusammen mit der Journalistin und Buchautorin Ines Veith zu Gast an der Modellschule Obersberg.

BAD HERSFELD. Jutta Fleck, die als „Frau vom Checkpoint Charlie“ bekannt wurde, besuchte zusammen mit der Journalistin und Buchautorin Ines Veith auf Einladung der Fachschaft Geschichte die Modellschule Obersberg. Die Veranstaltung, die im Kreise von interessierten Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 12 und 13 stattfand, wurde sehr positiv von den Zuhörern aufgenommen.

Authentisch und unterhaltsam erzählte Jutta Fleck, die mittlerweile bei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung arbeitet und Projekte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur leitet, ihre bewegende Geschichte. Ines Veith erweiterte den Blick noch auf weitere Fluchtschicksale in der DDR.

Jutta Fleck war nach einem gescheiterten Fluchtversuch über Rumänien im Sommer 1982 zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Das Sorgerecht für ihre zwei Kinder wurde ihrem Exmann übertragen. Als sie von ihrer Haft und der Ungewissheit über ihre Kinder erzählte, zeigte sie sich noch immer sehr bewegt von den damaligen Ereignissen.

Als sie nach zwei Jahren Haft von der Bundesrepublik freigekauft wurde, kämpfte sie von dort aus um das Sorgerecht für ihre Kinder. Sie hoffte in der Bundesrepublik mehr erreichen zu können und wandte sich an die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte und das Ministerium für Innerdeutsche Beziehungen. In den Jahren 1984 bis 1988 machte sie durch zahlreiche Protestaktionen, ob am Checkpoint Charlie, dem Bundestag oder bei der KSZE-Konferenz in Helsinki auf ihre Situation und die Menschenrechtsverletzungen in der DDR aufmerksam und fand auch international großen Zuspruch. Nach einem harten Kampf gab die DDR schließlich nach und ließ 1988 ihre Kinder zu ihr in die Bundesrepublik ausreisen.

Schüler sehr beeindruckt

Die etwa 60 Schüler und Schülerinnen waren sehr beeindruckt von dem Vortrag und zeigten sich sehr interessiert an der Geschichte von Jutta Fleck und Ines Veith, die seit langem eine innige Freundschaft verbindet. Wie bei vorangegangenen Veranstaltungen wurde auch hier deutlich, dass Zeitzeugengespräche Geschichte besser nacherlebbar machen als so mancher Text.

Von Rica Schäfer und Nina Schippmann

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