Polizeistatistik 2010: Harte Zeiten für Ganoven

Erfolgreiche Freunde und Helfer: Dieter Willhardt, Klaus Troch, Polizeipräsident Alfons G. Hoff, Klaus Wittich und Joachim Stransky (von links) konnten gestern gute Aufklärungszahlen präsentieren. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Auf den Tag genau ein Jahr nach seinem Amtsantritt hatte Polizeipräsident Alfons G. Hoff allen Grund zum Feiern. Er konnte gestern in Bad Hersfeld eine Rekordaufklärungsquote für sein Polizeipräsidium Osthessen verkünden, das in diesen Tagen seit zehn Jahren besteht.

Besonders stolz kann Hoff dabei auf die Polizisten aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg sein.

„Wir sind statistisch die beste Polizeistation in ganz Hessen“, sagte Klaus Wittich, der Leiter der Polizeidirektion Hersfeld-Rotenburg. 6474 Fälle mussten die Beamten bearbeiten (2009: 6550) und konnten 4186 davon aufklären. Das entspricht einer erneut verbesserten Aufklärungsquote von 64,7 Prozent (2009: 62,6).

„Das ist ein Verdienst der engagierten und professionellen Arbeit der Polizei“, lobte Hoff seine Leute und mahnte zugleich: „Wir dürfen und wir werden uns deshalb aber nicht zurücklehnen.“ Besonders im Bereich der Prävention und der Betreuung von jugendlichen Intensivtätern sieht Hoff noch Handlungsbedarf. Dafür wurden in unserem Kreis zwei zusätzliche Stellen geschaffen.

Insgesamt gibt es derzeit nach Angaben von Klaus Wittich in Hersfeld-Rotenburg 142,5 Planstellen für Polizisten, die auch alle besetzt sind.

Bei den Straftaten machte der Diebstahl über 30 Prozent der Delikte aus, der Betrug 26,4 Prozent, wobei die Polizei eine Verlagerung der Betrugsdelikte ins Internet registriert. Deshalb wurden extra Computer-Spezialisten für die digitale Spurensicherung eingestellt.

Besonders schwere Verbrechen, wie etwa Körperverletzung mit 8,7 Prozent oder Raub mit 0,7 Prozent, machten 2010 nur einen vergleichsweise geringen Anteil der Gesamtkriminalität aus.

Einbrüche bereiten Sorgen

Sorgen bereiten den Beamten allerdings die Wohnungseinbrüche, die von 71 Fällen im Jahr 2009 auf 110 Fälle im Jahr 2010 angestiegen sind. Vor allem im Raum Wildeck-Obersuhl, aber auch in Bad Hersfeld, sind die Einbrecher aktiv. „Wir brauchen dabei die Unterstützung der Bevölkerung“, sagte Kriminaloberrat Dieter Willhardt, denn trotz einiger „heißer Spuren“ fehlten noch „belastbare Erkenntnisse“.

Die Polizei arbeite mit Hochdruck an den Einbruchsdelikten, denn die Beamten wissen, dass gerade ein Wohnungseinbruch ein „nachhaltiger Eingriff in die Privatsphäre“ ist, wie der Polizeipräsident betonte. Er bat um die Unterstützung der Bevölkerung, der er ein „vertrauensvolles Verhältnis zur Polizei“ bescheinigte.

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