Künstlerin Helmi Meister stellt bis 24. Mai im Lauterbacher Hohhaus aus

Harmonie auf Stoff und Papier

Neue Ausstellung im Lauterbacher Hohhaus: Unser Bild zeigt von links Museumspräsidentin Gisela Maria Wittmer, die Künstlerin Helmi Meister, die Models Svenja Gleich, Mira Sternstein, Kim Kleemann, Theresa List, Antonia Hoyer und Miriam Hiersch sowie Museums-Vizepräsidentin Hiltrud Pfnorr-Leihner. Foto: Günkel

Lauterbach. „Jetzt muss eigentlich Ausstellung auf Ausstellung knallen“, meinte Museumspräsidentin Gisela Maria Wittmer, als sie bei der Eröffnung der neuen Ausstellung im Lauterbacher Hohhaus die Künstlerin Helmi Meister vorstellte.

Als Modedesignerin für namhafte Textilbetriebe schuf Meister Dinge, die der Öffentlichkeit zugänglich wurden, doch ihre Aquarelle, Stickereien und Keramik-Skulpturen hat sie bisher nie ausgestellt.

Nun besteht im Lauterbacher Hohhaus-Museum bis zum 24. Mai die Gelegenheit, Werke der Künstlerin zu sehen. Es handelt sich um einen der Höhepunkte in der Reihe der Sonderausstellungen im Hohhaus.

In Bad Hersfeld zu Hause

Gisela Maria Wittmer hatte die 1944 geborene, heute in Bad Hersfeld lebende Künstlerin für das Hohhaus entdeckt. Um Helmi Meister auch als Modedesignerin vorzustellen, begann die Vernissage mit einer kleinen Modenschau. Präsentiert wurde Kleidung, die vor 50 Jahren bei der Münchner Modewoche zu sehen war. Helmi Meister hat alle diese Stücke inklusive Stoffe entworfen.

Zeitlos sind die Bilder und Skulpturen, die in der Ausstellung zu sehen sind. Gleich beim Hereinkommen springen die Aquarelle ins Auge, ohne jedoch den Betrachter zu erschlagen. Sie sind einerseits stilisiert, andererseits wirken sie in vielerlei Hinsicht fotografisch.

Die meist kräftigen, aber stets ausgewogenen und harmonischen Farben geben ihnen eine positive Atmosphäre.

Die Stickereien haben feine Strukturen und wirken ebenso harmonisch wie die Aquarelle. Neben Seidenstickereien sind unter anderem Goldlege-Arbeiten zu sehen. Diese Technik hat Helmi Meister selbst entwickelt. Sie besteht darin, dass ein elastischer vergoldeter Metallfaden auf den Stoff gestickt wird. Zusätzlich erzielt Meister Effekte mit farbiger Seide.

Die ausgestellten Skulpturen und Gefäße hat die Künstlerin ausschließlich in der Aufbautechnik modelliert. Dabei werden Tonwülste oder Tonplatten mit Wasser geformt und dann von Hand aufgebaut.

Geboren wurde Helmi Meister in Forchheim in Oberfranken. Sie absolvierte eine Fachausbildung an der Textil- und Ingenieurschule im oberfränkischen Münchberg mit dem Abschluss Textil-Designerin. Berufliche Stationen waren für Helmi Meister München, Berlin, Portugal – und Bad Hersfeld.

Von Martin Günkel

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