NBL bemängelt teure Zugeständnisse der Stadt Bad Hersfeld am Amazon-Gelände Obere Kühnbach

Der Hang rutscht, die Bürger zahlen

Bad Hersfeld. Teure Zugeständnisse der Stadt Bad Hersfeld in Verträgen mit hier ansässigen Unternehmen bemängelt die Stadtverordneten-Fraktion der Neuen Bürgerliste (NBL) in einer Pressemitteilung. Als herausragendes Beispiel dient der rutschende Hang am Amazon-Gelände, für dessen Sicherung die Bürger bezahlen müssen.

„Gewährleistungsüberwachung Obere Kühnbach – 87 500 Euro. Da haben wir uns erst einmal gefragt, was das sein könnte“, berichtet Fraktionsvorsitzender Michael Bock. „Des Rätsels Lösung lieferte dann eine Auskunft der städtischen Bauverwaltung. Die Stadt zahlt die Wiederherstellung des nach Regenfällen im vergangenen Sommer ins Rutschen geratenen Hangs auf dem Amazon-Gelände. Für die Unterhaltung des Geländes ist die Stadt ohne jede zeitliche Begrenzung für immer und ewig zuständig“, so Bock weiter.

Über eine Million Euro wende die Stadt jährlich für die Ansiedlung von Amazon auf. Während jeder Häuslebauer selbstverständlich auch Parkraum schaffen müsse, sei der riesige Parkplatz östlich des Amazon-Versandzentrums von der Stadt gebaut worden. Die Stadt müsse dort die Verkehrssicherungspflicht erfüllen, was bei Schnee und Eis einen umfangreichen Winterdienst beinhalte.

„So langsam kommt alles ans Tageslicht, was Bürgermeister Boehmer, getragen von einer SPD-Mehrheit, bei Amazon und an anderen Stellen vereinbart hat, meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der eigens dafür geschaffenen Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG)“, ergänzt Stadtverordneter Uwe Kohlstädt, Haushalts- und Finanzfachmann der NBL.

Fehling: NBL hat Recht

Bürgermeister Thomas Fehling bestätigte unserer Zeitung, dass „die NBL im Grunde Recht“ habe. Der rutschende Hang stelle zwar keine akute Bedrohung dar, jedoch sei es ein Problem „mit Ansage“ gewesen. Fachleute aus dem Bauamt hätten schon vor Baubeginn der Amazon-Hallen gewarnt, seien aber nicht gehört worden. (red/ks)

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