Trotz Bürokratie und Krise viel Optimismus für das Jahr 2010

Handwerkerschaft klagt über „Rechtsgestrüpp“

Hersfeld-Rotenburg. Das Handwerk im Kreis blickt trotz der Wirtschaftskrise optimistisch in das Jahr 2010. Die Konjunkturpakete hätten sich bereits im vergangen Jahr positiv bemerkbar gemacht und sorgten auch 2010 „in vielen Bereichen für eine gute Grundauslastung“, sagte Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker beim traditionellen Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft. Auch die neue Energieeinsparverordnung werde dem Handwerk Aufträge sichern.

Trotzdem ging Stöcker hart mit der Politik ins Gericht. Für Selbstständige sei es angesichts der überbordenden Bürokratie immer schwerer, im heutigen „Rechtsgestrüpp“ zurecht zu kommen. Oft stehe man schon beinahe mit einem Bein in U-Haft, während man sich noch bemühe, alle Vorschriften und Meldungen einzuhalten. Als Beispiele nannte er den neuen „elektronischen Entgeltnachweis“ oder die vorzeitige Abführung der Sozialkassenbeiträge.

Kritik übte Stöcker auch an der Abwrackprämie, die die Auftragslage in den Kfz-Betrieben in den nächsten Jahren verschlechtern werde. „Bei den Konjunkturpaketen habe ich den Eindruck, dass oft weniger oder zumindest langsamer mehr wäre“, sagt Stöcker.

Der scheidende Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Arno Schöter, verwies auf die herausragende Bedeutung der Aus- und Weiterbildung für die Zukunft der Region. Bedauernd stellte er aber fest, dass sich innerhalb von 30 Jahren die Zahl der Handwerksbetriebe halbiert habe. „Viele Berufe wie Schneider oder Schuhmacher sind angesichts des harten Verdrängungswettbewerbs fast ausgestorben.“ Vor diesem Hintergrund lobte Schöter die Kreditzusagen der hessischen Landesregierung, die jungen Handwerkern den Einstieg in die Selbstständigkeit leichter machen sollen.

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt verwies darauf, dass der Kreis die überwiegende Zahl der Aufträge aus dem Konjunkturprgramm an das heimische Handwerk vergeben habe.   Zum Tage, LOKalseite 4

Von Kai A. Struthoff

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