Im Landkreis sind noch 66 Ausbildungsstellen unbesetzt

Handwerker suchen dringend Lehrlinge

Hersfeld-Rotenburg. Das heimische Handwerk schlägt Alarm: Im August startet das neue Ausbildungsjahr. Noch immer sind 66 Lehrstellen im Kreis unbesetzt. Seit Oktober 2010 haben sich bei der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld und dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg als kommunalem Träger 848 Ausbildungssuchende gemeldet. Im gleichen Zeitraum meldeten Betriebe 909 Ausbildungsstellen.

Aktuell stehen 206 unbesetzte Ausbildungsstellen 244 noch unversorgten Bewerbern gegenüber. „Hier ist Flexibilität gefordert. Bewerber sollten keine Zeit verlieren und auch Alternativen zum Wunschberuf in Betracht ziehen. Auf der anderen Seite sollten Betriebe auch den Jugendlichen eine Chance geben, die formal nicht die richtige Qualifikation haben“, rät Geschäftsführer Matthias Oppel vom Arbeitsamt.. „Besonders hoch ist der Bedarf bei Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, im Bauhandwerk, Elektroinstallation, im Straßenbau und dem Nahrungsmittelhandwerk“, sagt Dirk Bohn, Hauptgeschätsführer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg. Problematisch sei neben sinkenden Schulabgängerzahlen vor allem das schlechte Image des Handwerks. Der negative Ruf sei besonders stark unter Eltern und Lehrern verbreitet. Deshalb werde vermehrt auf die berufliche Orientierung gesetzt, bei der Schüler in verschiedenen Handwerksberufen schnuppern können. Zusätzlich wird Aufklärungsarbeit bei Elternabenden und am Tag des Handwerks geleistet. „Wir informieren über die guten Karrieremöglichkeiten“, sagt Bohn.

Dass die seit Mai geltende Arbeitnehmerfreizügigkeit den Arbeitsmarkt in der Region beeinflusst, schließt Bohn aus. Auch der Kabinettsbeschluss zur Abschaffung der Vorrangsprüfung bei ausländischen Bewerbern habe keine Auswirkung auf den hiesigen Arbeitsmarkt.

ZUM TAGE, HINTERGRUND

Von Alia Shuhaiber

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