Kreishandwerksmeister kritisiert Bundes- und Landespolitik

Handwerker im Kreis sind zuversichtlich

Hersfeld-Rotenburg. Trotz schlechter werdender Bedingungen blickt das Handwerk optimistisch ins Jahr 2014. Das hat Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker in seiner Ansprache auf dem Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft verdeutlicht.

„Die Auftragsbücher sind in vielen Bereichen noch gut gefüllt, allerdings gibt es auch dunkle Wolken am Horizont“, sagte Stöcker. So seien die Konjunkturprogramme ausgelaufen, die Solarförderung stark gekürzt worden und sowohl Industrie als auch öffentliche Hand würden voraussichtlich weniger Aufträge vergeben. Neben dem zunehmenden Kostendruck mache den Handwerken nach wie vor der Fachkräfte- und Nachwuchsmangel zu schaffen.

Deutliche Kritik übte Stöcker an der Bundes- und Landespolitik. Die von der großen Koalition geplante Absenkung des möglichen Renteneintrittsalters auf 63 verschärfe den Fachkräftemangel zusätzlich. Die Senkung der Rentenversicherungsbeiträge sei ausgeblieben. Auch eine Einkommenssteuerreform vermisse er.

Geplante Förderungen für energetische Gebäudesanierungen seien dem Rotstift zum Opfer gefallen, die weiter steigende EEG-Umlage belaste kleine und mittelständische Unternehmen. Der Mindestlohn hingegen wirke sich kaum auf das Handwerk aus, weil alle Tarifabschlüsse darüber lägen, führte Stöcker weiter aus.

Der schwarz-grünen Koalition in Hessen sieht der Kreishandwerksmeister mit Spannung entgegen. Allerdings stimme ihn die geplante Erhöhung der Grunderwerbssteuer wenig hoffnungsfroh.

Als Erfolg für Handwerksbetriebe wertete der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Dirk Bohn ein Urteil des Bundesgerichtshofes. Demnach haben Bauherren keinen Gewährleistungsanspruch auf die Arbeit von Schwarzarbeitern.   zum tage, lokalseite 2

Von Jan-Christoph Eisenberg

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