Zum 1. Mai fallen die letzten Hürden für freie Berufsausübung

Handwerk setzt Qualität gegen Freizügigkeit

Matthias Oppel

Hersfeld-rotenburg. Am Tag der Arbeit in diesem Jahr rückt Europa noch ein Stück zusammen. Ab dann greift die EU-Osterweiterung, die seit 2004 besteht, auch für den heimischen Arbeitsmarkt. Ab dann gilt Freizügigkeit für Arbeitnehmer.

Mehr Chancen als Risiken sieht Matthias Oppel, der Leiter der Agentur für Arbeit in Bad Hersfeld, in dieser weiteren Liberalisierung des europäischen Arbeitsmarktes.

Menschen aus den acht EU-Staaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn können ab 1. Mai wesentlich leichter in Deutschland Arbeitsverhältnisse aufnehmen.

Sie benötigen dann weder eine Einreise-, noch eine Arbeitserlaubnis. EU-Bürger aus Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien, dem Vereinigten Königreich und Zypern genießen bereits die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit. Und einige dieser Länder haben sich selbst viel mehr den Beitrittsländer geöffnet.

Mit Blick auf England fürchtet Matthias Oppel von der Agentur für Arbeit keine unmittelbare Gefahr für den heimischen Arbeitsmarkt. „Allerdings gibt es auch noch kleine Hintertürchen“, so Oppel.

Klaus Stöcker

Gelassen sieht Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker der Freizügigkeit entgegen. Möglichen Preisvorteilen der zugereisten Firmen und Fachkräfte setzt das heimische Handwerk seinen Qualitätsanspruch entgegen.

Polen und Engländer seien schon früher mit Dumpingpreisen angereist und wieder heimgegangen.

Von Kurt Hornickel

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