Innungsbetriebe empört über Wegfall der Förderung für regenerative Energien

Handwerk macht Dampf

Mächtig Druck auf dem Kessel: Guido Spohr, Hans-Jürgen Eichenauer, Dirk Bohn und Klaus Stöcker messen die gefühlte Empörung ihrer Innungsbetriebe. Foto: Kai A. Struthoff

Bad Hersfeld. Bei den Betrieben der Elektro-, Heizungs- und Sanitär-Branche ist ganz schön Druck auf dem Kessel. Mit Empörung reagieren die Innungsbetriebe im Kreis Hersfeld-Rotenburg auf den am Donnerstag von der Bundesregierung verhängten Stopp der Anreizförderung für regenerative Energien. Ab sofort gibt es keine staatlichen Zuschüsse für Solarthermie, Pelletöfen und Wärmepumpen. „Wir fühlen uns von der Bundesregierung verschaukelt“, schimpft Dirk Bohn, der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

„Das kam knallhart auf uns runter“, sagt der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Bad Hersfeld, Guido Spohr. Selbst Energieexperten seien von diesem Schritt überrascht worden. Leidtragende der Sparmaßnahme sind die Fach-Betriebe, aber auch die Verbraucher, die völlig verunsichert reagierten, wie Guido Spohr berichtet.

„Der Marktanreiz, in regenerative Energien zu investieren, geht durch diese brutale Förderung verloren“, lässt Innungs-Obermeister Hans-Jürgen Eichenauer Dampf ab. „Für die Abwrackprämie oder die Griechenlandhilfe ist Geld da, aber hier wird plötzlich gespart, nur weil der Fördertopf von 115 Millionen Euro leer ist.“ Dabei machten die rund Mitgliedsbetriebe im Heizungs- und Sanitärbereich des Kreise damit bis zu 40 Prozent ihres Umsatzes.

Bei einer einer Pelletanlage zum Preis von 15 000 Euro ginge nun der Zuschuss von rund 10 Prozent verloren, rechnet Eichenauer vor. Er erwartet jetzt einen zusätzlich Preisdruck auf die Betriebe und womöglich auch Umsatzrückgänge. Besonders bitter ist der Förderstopp für einige Kunden, die nun sogar rückwirkend keine Förderung mehr bekommen, weil die Mittel verbraucht sind. „Das steht irgendwo im Kleingedruckten“, sagt Eichenauer bitter.

Hauptgeschäftsfüher Dirk Bohn kündigt nun erbitterten Protest der Verbände an, um der Bundesregierung Dampf zu machen. „Wir wollen die Politik zum Nachdenken bewegen, damit auch weiterhin eine Förderung als psychologischen Anreiz erhalten bleibt“, sagt Bohn.

Der Klimaschutzbeauftragte Guido Spohr rät allen Verbrauchern, sich jetzt besonders intensiv zu informieren. Dafür stehen die Innungen, Energieberater oder die Kreishandwerkerschaft bereit.

Von Kai A. Struthoff

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