Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft

Das Handwerk blickt optimistisch in die Zukunft

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Die frischgebackenen Handwerksmeisterinnen und -meister mit ihren Meisterbriefen.

Beim traditionellen Neujahrempfang der Kreishandwerkerschaft haben gestern 21 neue Meisterinnen und Meister ihre Meisterbriefe erhalten. Zuvor hatten der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker und Landrat Dr. Michael Koch die Bedeutung des Handwerks für die heimische Wirtschaft und den Kreis gewürdigt.

Das berühmte halbvolle Glas sei im Kreis immer noch gut gefüllt, sagte Stöcker, er habe keine Angst vor der Zukunft. In seiner gewohnt launigen Rede ließ der Kreishandwerksmeister das Jahr Revue passieren. Stöcker kritisierte vor allem die mit dem Mindestlohn verbundene Bürokratie und die Ausschreibungspraxis der öffentlichen Hand. "Billig wird oftmals teuer", warnte er. Stöcker appellierte an die heimischen Politiker alles zu tun, um die Berufsschulstandorte im Kreis zu erhalten. "Findet der Berufsschulunterricht nicht mehr im Kreis statt, hat das zwangsläufig Auswirkungen auf die Ausbildung."

Kritische Worte fand Stöcker für K+S im Zusammenhang mit dem Ringen um die Verlängerung der Versenkerlaubnis. Das Unternehmen hätte früher die Grundlagen für die Verlängerung schaffen müssen, sagte der Kreishandwerksmeister und merkte an, dass Umweltauflagen eine Menge Geld kosten, was die Aktionäre nicht glücklich mache.

Der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, erklärte, das Handwerk sei immer noch die stabilste Säule der deutschen Wirtschaft. Zugleich kritisierte er den "Akademisierungswahn" in Deutschland und sagte: "Wir brauchen mehr Meister als Master."

Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft

Landrat Dr. Michael Koch würdigte in seiner Rede die Verdienste des Handwerks für die Wirtschaft des Kreises. Dazu gehöre auch die sehr niedrige Arbeitslosenquote in Hersfeld-Rotenburg. Er betonte zugleich, dass die Kommunen immer noch der größte Arbeitsgeber sind. Der Kreis werde in diesem Jahr Aufträge mit einem Volumen von 13 Millionen Euro zur Sanierung von Liegenschaften, Straßen und Gebäuden vergeben.

Nach den Festreden erhielten dann 21 junge Meisterinnen und Meister von Heinrich Gringel und Klaus Stöcker ihre Meisterbriefe.

Nach dem offiziellen Teil wurde dann bei einem reichhaltigen Büffet, das die Fleischerei Schäfer aus Niederaula opulent angerichtet hatte, im Casino des Landratsamtes bei angeregten Gesprächen der Abend beschlossen (kai)

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