Jugendlichen fehlt es an Motivation und Pflichtbewusstsein

Handwerk klagt: Auszubildende nicht reif

Hersfeld-Rotenburg. Mangelnde Ausbildungsfähigkeit bei Schulabgängern kritisieren Handwerkskammer (HWK) und Industrie- und Handelskammer (IHK) im Kreis. Handwerksbetriebe, so berichtet HWK-Geschäftsführer Dirk Bohn, kritisierten Rechenschwäche, mangelnde Motivation und fehlendes Pflichtbewusstsein der jungen Menschen. Im Grundsatz bestätigt das auch Tobias Binder von der IHK.

Gerade das Handwerk nehme seit Jahren auch schwächere Schulabgänger auf und führe diese meist auch erfolgreich zum Berufsabschluss, berichtet Bohn. Nun stehen die Betriebe vor einem Dilemma: Fachkräfte werden dringend benötigt, auf der anderen Seite gibt es weniger Bewerber um Ausbildungsplätze. Und unter denen gebe es eben immer mehr mit den anfangs beschriebenen Mängeln.

Nach der Probezeit sei es für Betriebe fast unmöglich, einen Ausbildungsvertrag zu kündigen. So müssten auch schwache Lehrlinge bis zum Ende mit durchgezogen werden. Ein Auszubildender koste den Betrieb jedoch viel Geld. Wenn die Betriebe auch weiterhin leistungsschwache Jugendliche ausbilden sollen, müsse dies gefördert werden – zum Beispiel mit einem finanziellen Zuschuss.

Wie Schule oder Elternhaus gegen die Entwicklung angehen können? Von Eltern wünscht sich das Handwerk schlicht eine gute Vorbildfunktion, was die Leistungsbereitschaft angeht. Schule solle noch intensiver den Gedanken an die Ausbildung in den Vordergrund rücken.

Das wünscht sich auch Regine Haase, Leiterin der Aus- und Weiterbildung bei Continental in Bebra: „Die Praktika müssten seitens der Schule noch intensiver vorbereitet werden“, sagt sie. Schüler sollten verstärkt Schnuppertage in Betrieben wahrnehmen. Sie wüssten sonst oft nicht, was sie in ihrem Ausbildungsberuf tatsächlich erwartet. Hintergrund, Zum Tage

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Von Silke Schäfer-Marg

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