Für 2013 trotzdem optimistisch – Familie und Beruf vereinbaren

Handwerk fürchtet Fachkräftemangel

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Symbolbild

Hersfeld-Rotenburg. Das Jahr 2013 wird aus Sicht der Handwerker wohl nicht so erfolgreich werden wie 2012. Trotzdem sehe man ihm optimistisch entgegen. Dies teilte Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker beim traditionellen Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg mit.

„Die Auftragsbücher sind in vielen Bereichen noch gut gefüllt“, so Stöcker. „Doch es gibt auch dunkle Wolken am Horizont.“ So seien die Konjunkturprogramme ausgelaufen und die Solarförderung stark gekürzt worden. Stöcker rechnet außerdem mit weniger Aufträgen aus Industrie und öffentlicher Hand. Die steigenden Energiekosten würden im Handwerk vor allem die Metzgereien, Bäckereien und Betriebe mit Werkstätten betreffen.

Weiter beschäftigen wird das Handwerk auch der Fachkräftemangel. „Schon jetzt fehlen Fachleute und das nicht nur auf Arbeitnehmerseite“, meinte Stöcker. Etliche Handwerksbetriebe mit festem Kundenstamm suchten händeringend Nachfolger.

In diesem Sinne wies der Kreishandwerksmeister auch auf die Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hin. „Wir können es uns nicht leisten, dass Fachkräfte zu Hause die Kinder hüten und im Betrieb fehlen.“ Gleichzeitig müsse der Anreiz, Kinder zu bekommen, durch bessere Unterstützung bei der Betreuung gefördert werden. Dafür sprach sich auch Hauptgeschäftsführer Dirk Bohn aus.

Dass sich die Zahl der Ausbildungsverträge 2012 kaum verändert habe, ist für Klaus Stöcker vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ein positives Zeichen. Er fürchtet indes, dass die Berufsschulen und Bildungseinrichtungen in der Region künftig auf der „Streichliste“ stehen könnten.

Heinrich Gringel, Präsident der Handwerkskammer Kassel, riet, nicht zu jammern, sondern aktiv zu werden. Zum Tage, Hintergrund, Seite 2

Von Nadine Maaz

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