Tischler-Gesellen freigesprochen – Feder siegt beim Wettbewerb „Die gute Form“

Handwerk mit Emotionen

Geschafft: Obermeister Ralf Stuckardt, links, mit den neuen Handwerksgesellen. Innungsbeste waren Malte Wiegand, Marius Denk und Moritz Meckbach. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. „Mit den eigenen Händen aus rohem Holz und ungeformten Materialien etwas zu bauen, traditionelles Handwerk mit modernster Technik vereinen, Gedanken und Emotionen einbringen und umsetzen – das ist unser Tischlerhandwerk“, das hat Innungsobermeister Ralf Stuckardt den neun neuen Tischler-Gesellen bei der Freisprechungsfeier zugerufen.

In keinem anderen Handwerk werden die erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse so eindrucksvoll präsentiert wie im Tischlerhandwerk, der letzten Bastion des Gesellenstücks, heißt es in der Pressemitteilung der Kreishandwerkerschaft. In keinem anderen Handwerkszweig hat das Gesellenstück als Teil der Abschlussprüfung überlebt – und die Tischler haben diese Tradition weiterentwickelt.

So nehmen die Gesellenstücke an einem Wettbewerb unter dem Titel „Die gute Form“ teil, wo sie von einer jährlich wechselnden Jury prämiert und ausgezeichnet werden. Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus Karina Gutzeit, Ines Kniese und Torsten Warnecke zusammen.

Der Obermeister appellierte an die Gesellen: „Seid mindestens so viel Kopfwerker wie Handwerker“, rief er den jungen Handwerkern zu. „Setzt die theoretischen Kenntnisse um und erweitert sie in eurem Tischlerleben. Macht nicht den Fehler und schaut nur nach Verdienst und Gesamteinkommen. Geld ist ohne Frage wichtig. Aber in einem Beruf, den man sein ganzes Leben ausüben will, muss auch Spaß, Zufriedenheit und Erfolg eine große Rolle spielen.“

Ralf Stuckardt wies zudem auf die hervorragenden beruflichen Perspektiven der Absolventen hin. „Der demografische Wandel ist bei uns angekommen. Oft genug habe ich Gesellen wie Euch in den vergangenen Jahren freigesprochen, ohne Perspektive auf eine Festeinstellung. Aber bei Euch heute ist das anders. Alle Berufssparten suchen und kämpfen um jeden einzelnen von Euch!“

Festredner der Freisprechungsfeier war Michael Bäcking, der stellvertretende Schulleiter der Holzfachschule in Bad Wildungen, in der die angehenden Tischler ihre Berufsschulausbildung absolviert haben. „Da ich fast zehn Jahre im Ausland gelebt habe, kann ich ganz gut ermessen, was ein ordentlicher Gesellenbrief wert ist“, sagte Bäcking.

Die neuen Handwerksgesellen im Tischlerhandwerk: Niklas Reuter, Daniel Drews, Julian Siebert, Philipp-Maurice Rehbaum, Alexander Feder, Moritz Meckbach, Malte Wiegand, Marius Denk und Corinna Bahr. Fachpraktiker für Holzverarbeitung: Marcel Geyer. Beim Wettbewerb „Die gute Form“ siegte Alexander Feder vor Philipp-Maurice Rehbaum und Marius Denk. (red/sis)

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