Betriebe jetzt zufrieden – Düstere Aussichten ohne Förderungen

Handwerk: Angst vor Auftragseinbrüchen

Hersfeld-Rotenburg. Gefüllte Auftragsbücher, gleich bleibender Umsatz: Der Großteil der handwerklich tätigen Unternehmen im Kreis zeigt sich laut Kreishandwerksmeister Klaus Stöcker „im Prinzip zufrieden“ mit der derzeitigen Geschäftslage. Trotz Krise.

Doch die Chefs, vor allem aus dem Bauhaupt- und Nebengewerbe, sehen dem kommenden Jahr bang entgegen. Dann nämlich laufen die Konjunkturprogramme aus und es sei absehbar, dass Aufträge wegbrechen. Besonders Großaufträge aus den Kommunen.

„Einer der Hauptauftraggeber im Landkreis ist die Stadt Bad Hersfeld. Aber wie alle anderen Kommunen müssen auch die Verantwortlichen dort sehen, wo sie sparen können. Das werden die Betriebe 2011 stark zu spüren bekommen“, sagt Stöcker. Und schon heute würden zwar an der einen Ecke neue Straßen gebaut, aber an vielen anderen die Schlaglöcher nicht ausgebessert, weil dafür kein Geld da sei und keine ausreichenden Förderungen. „Das ist irgendwo widersinnig“, sagt Stöcker.

„Die Autohändler sind im Moment diejenigen, die beim Umsatz hinterherschauen, aber sie hatten mit der Abwrackprämie im vergangenen Jahr ihren Teil. Und dasselbe steht dem Baugewerbe im nächsten Jahr bevor, auch wenn es dann die Straßenbauer härter treffen wird als zum Beispiel die Hochbauer “, sagt Stöcker.

Zuschüsse weiter notwendig

Diese Befürchtung teilt auch Heinrich Gringel, der als Präsident der Handwerkskammer Kassel für Hersfeld-Rotenburg zuständig ist: „Schon heute erleben wir, dass geplante und notwendige Maßnahmen nicht umgesetzt werden, weil die Aufsichtsbehörden die Notbremse ziehen“, sagt er. Aus diesem Grund fordert Gringel, dass die öffentlichen Zuschüsse „verstetigt“ werden. Alles andere würde das Baugewerbe und alles, was dranhängt, hart treffen. Zum Tage, Hintergrund

Von Judith Strecker

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