Schnelle Reaktion eines Hersfelders stoppte den Täter - Verurteilung vor Schöffengericht

Handtaschendiebstahl vereitelt

Bad Hersfeld. Wegen Diebstahls und Körperverletzung wurde ein 26-jähriger ehemaliger Hersfelder vor dem Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt. Der Lagerarbeiter war gleich in zwei Fällen von Handtaschendiebstahl angeklagt worden.

Eine Hersfelder Lageristin hatte im April 2009 ihr Auto am Marktplatz geparkt. Als sich die 30-Jährige mit ihrem Freund auf den Heimweg machen wollte und beide sich gerade angeschnallt hatten, wurde die hintere Autotür aufgerissen und blitzschnell die auf dem Rücksitz liegende Handtasche gestohlen. Der mit Perücke und Kapuze maskierte Mann floh mit der Beute in die Obere Frauenstraße.

Beherztes Eingreifen

Der Begleiter der Hersfelderin reagierte schnell: er sprang aus dem Auto und verfolgte den Handtaschendieb bis auf den Frauenberg. Der hielt sich in der Nähe seines damaligen Wohnhauses auf und durchwühlte gerade die erbeutete Handtasche, als er von dem Freund eingeholt und angesprochen wurde. Vor Schreck lie? der Täter die Handtasche fallen und suchte erneut das Weite. Der Freund verfolgte den Dieb daraufhin bis in die Knottengasse. Dort kam es zu einem Gerangel, bei dem beide leicht verletzt wurden.

Der Freund gab bei Gericht an, den Dieb deutlich gesehen zu haben und ihn deshalb zweifelsfrei identifizieren zu können. Richter Michael Krusche und die Schöffen erkannten das an. Einwände des Verteidigers, dass sein Mandant sich vielleicht nur zufällig vor der eigenen Wohnung aufgehalten habe und die Tat nicht gestanden habe, wurden bei der Urteilsverkündung ausgeschlagen.

Eine 43jährige Angestellte aus Bad Hersfeld war am selben Tag ebenfalls überfallen worden. Sie war in der Simon-Haune-Straße unterwegs, als ihr ein Fahrradfahrer im Vorbeifahren die Handtasche entriss. Auch in ihrem Fall trug der Dieb eine Perücke und Kapuze. Rund 500 Euro Schaden entstanden für sie, da sich auch ein Schlüsselbund in der Tasche befand und deshalb diverse Schlösser ausgetauscht werden mussten. Da sie den Täter nur von hinten gesehen hatte und deshalb nicht identifizieren konnte, konnte der Angeklagte in diesem Fall nicht belangt werden.

Von Carmen Knoth

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