Aufregung um Rauswurf einer Schülerin – ÜWAG: „Beide nicht optimal verhalten“

Handgreiflich im Bus

Bad Hersfeld. Die Aufregung unter Schülern und Eltern des Bad Hersfelder Stadtteils Johannesberg war groß. Der Grund: Der Fahrer eines Schulbusses der ÜWAG soll am Freitag vergangener Woche eine Schülerin handgreiflich aus dem Bus gedrängt haben.

So jedenfalls schildern es Schüler, die an diesem Tag dabei waren: Der Vorfall habe sich demnach auf der Fahrt zur ersten Stunde in die Stadt ereignet, die etwa Schüler der Konrad-Duden-Schule sowie derWilhelm-Neuhaus-Schule nutzen.

Der Fahrer soll einer Schülerin der Konrad-Duden-Schule die Mitfahrt mit der Begründung verweigert haben, dass sie am betreffenden Tag keine Schule habe. Dann soll er das Mädchen, welches derzeit ein schulisches Betriebspraktikum absolviert, an den Arm gegriffen und aus dem Bus geschoben haben. Als es daraufhin zu einem Tumult unter den mitfahrenden Schülern kam – unter anderem soll das Wort „Arschloch“ in Richtung des Busfahrers gefallen sein – habe dieser einzelne Schüler, teilweise im Grundschulalter, als Zeugen des Streites zum „Verhör“ unter vier Augen befohlen, um den Urheber der Beleidigung zu ermitteln.

Lässt sich nichts gefallen

Eine Schülerin seiner Schule habe an diesem Morgen davon erzählt, dass ein Mädchen aus dem Bus „rausgeflogen“ sei, bestätigte Karl-Heinrich George, Schulleiter der Wilhelm-Neuhaus-Schule, auf Anfrage. Auch sei der Fahrer unter den Schülern seiner Grundschule durchaus dafür bekannt, dass er sich nichts gefallen lasse.

„Beide Seiten haben sich hier sicherlich nicht optimal verhalten“, räumte Michael Schneider, Prokurist der mit dem Stadt- und Schulbusverkehr in Bad Hersfeld beauftragten ÜWAG Bus GmbH, im Gespräch mit unserer Zeitung ein.

Soweit der Vorfall bisher aufgeklärt werden konnte, habe der Fahrer jedoch einen Beförderungsausschluss ausgesprochen, nachdem er massiv beleidigt worden sei. „Er hat sie gebeten, das Fahrzeug zu verlassen“, so Schneider. Auch wenn dies wohl nicht besonders freundlich geschehen sei, körperliche Gewalt sei aber keinesfalls angewendet worden.

„Das richtige Verhalten in solchen Situationen ist auch regelmäßig Thema unserer Fahrgastschulungen“, so der ÜWAG-Prokurist. Eine vollständige Aufklärung des Vorfalles liege seinem Unternehmen am Herzen. Allerdings liege bisher keine Beschwerde vor. Betroffene sollten sich deshalb bei dem Busunternehmen melden.

Beschwerden werde, so der Prokurist, nach einem festgelegten Verfahren nachgegangen und mit allen Beteiligten gesprochen. Als zertifiziertes Unternehmen werde die ÜWAG Bus GmbH zudem regelmäßig durch externe Firmen überprüft und erziele dabei im Umgang mit Fahrgästen regelmäßig gute bis sehr gute Ergebnisse, so Schneider.

Bisher keine Beschwerde

An der Konrad-Duden-Schule, welche die betroffene Schülerin besucht, habe man bisher nur durch die Recherchen unserer Zeitung von dem Zwischenfall erfahren. „Eine Beschwerde liegt uns weder von Schülern noch Eltern vor“, sagte Schulleiterin Susanne Hofmann auf Anfrage. Sei dies der Fall, gehe man Vorwürfen in enger Abstimmung mit dem Kreis als Träger der Schülerbeförderung nach. Ohne direkte Schilderung eines Betroffenen sei dies jedoch ungleich schwieriger.

Grundsätzlich, so die Schulleiterin, habe man das Personal des Busunternehmens bisher als freundlich und zuverlässig wahrgenommen.

Von Jan-C. Eisenberg

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