Fantasievolle Kreationen für die Festspiele

Handgemachte Hüte in "My Fair Lady" sind echte Hingucker

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Federn, Bommel, Perlen: Kostümbildnerin Ella Späte mit einigen der fantasievollen handgearbeiteten Hüte aus dem Festspiel-Musical „My Fair Lady“.

Bad Hersfeld. Ob mit großen Federn, weichen Bommeln oder glänzenden Perlen, in die Höhe oder in die Breite fließend: Die auffälligen Hut-Kreationen aus dem Festspiel-Musical „My Fair Lady“ sind echte Hingucker und bleiben im Gedächtnis. Entworfen und in Auftrag gegeben hat sie Kostümbildnerin Ella Späte.

Rund 30 verschiedene Kopfbedeckungen – darunter ein Schwan und ein Schmetterlingsmodell – hat sie für die feine Gesellschaft beim Pferderennen in Ascot kreiert. Die ausgefallenen Kopfbedeckungen sollen mit den Kleidern harmonieren, bilden aber den Mittelpunkt eines jeden Outfits.

Ihre Ideen hält Späte zunächst auf Papier fest. Anhand der Zeichnungen und mit den Informationen zum Kopfumfang der Trägerinnen werden die Entwürfe schließlich umgesetzt, wobei sich auch bei der Anprobe noch Änderungen ergeben können. „Denn der Kopfumfang sagt noch nichts über die Kopfform aus“, berichtet die Expertin. Auch die Körpergröße der Darstellerinnen oder ob diese mit Echthaar oder einer Perücke auf der Bühne stehen, kann eine Rolle spielen.

„Da muss man mitunter auch den Mut haben, sich von der ersten Idee zu trennen“, weiß Späte aus Erfahrung. Inspiration hole sie sich in der Natur, aus der Architektur, aber auch die Matrialien inspirieren sie.

Handgefertigt wurden die Hüte von Jaqueline Peevski, Irina Steiner, Ulrike Bartsch und Coco Ruch. Der Aufwand variiert je nach Modell. Zwischen zwei und fünf Arbeitstagen müsse man aber rechnen, erklärt Späte.

Die Maskenbildnerinnen legen später ebenfalls nochmal Hand an, etwa wenn es etwa darum geht, den richtigen Sitz zu garantieren.

Denn die Hüte dürfen nicht nur hübsch aussehen, sie müssen auch praktikabel sein und fest sitzen. Schließlich wird mit den Kopfbedeckungen auch getanzt.

Bei den unterschiedlichen Materialien wurde deshalb zudem darauf geachtet, dass diese möglichst leicht sind. „Wenn die Hüte zu schwer sind, behindert das die Tänzerinnen“, so Späte.

Robust sind die Kopfbedeckungen trotzdem: Bis jetzt haben sie auch kleinere Regenschauer überstanden.

Dass im wahren Leben außer bei Pferderennen nur noch selten Hüte getragen werden und das Hutmacherhandwerk langsam ausstirbt, findet Ella Späte schade. Vielleicht lässt sich der eine oder andere ja von „My Fair Lady“ inspirieren ...

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