Positives Echo auf Kritik der Umweltorganisation an im Winter geöffneten Ladentüren

Handel reagiert auf BUND

Martin Knauff

BAd Hersfeld. Der Bad Hersfelder Einzelhandel und der Stadtmarketingverein haben positiv auf die Initiative des BUND-Vorsitzenden Jörg Bennedik reagiert. Dieser hatte kritisiert, dass viele Geschäfte trotz der kalten Witterung ihre Ladentüren geöffnet lassen. Nun will der örtliche Handel die Anregung, die Geschäfte bei extrem kalter Witterung effizienter zu organisieren, in ihren Gremien thematisieren.

Die Eingangsbereiche der Geschäfte seien beim Stadtmarketingverein ein wichtiges Thema. „Es gibt schon erste Ansätze, wie zum nächsten Winter Maßnahmen getroffen werden können, die deutliche Einsparungen erwarten lassen“, erklärt der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Martin Knauff.

Der letzte Winter habe gezeigt, dass bei minus 15 Grad die so genannten „Türschleier-Anlagen“, also die Wärme-Gebläse im Eingangsbereich, an ihre Kapazitätsgrenzen kommen.

In großen Häusern der Innenstadt habe sich daher schon seit geraumer Zeit eingebürgert, dass die Falt-Schiebetür-Anlagen ab Temperaturen um den Gefrierpunkt und bei stärkeren Ostwinden teilweise oder gar vollständig geschlossen werden.

Damit soll eine Auskühlung der Geschäfte verhindert werden, um teuere Energiekosten zu sparen. Die einzelnen Flügel würde man ohne Mühe aufdrücken können. „Wir leben natürlich unter solchen Bedingungen immer in der Abwägung zwischen dem Bedürfnis unserer Kunden nach Bequemlichkeit und dem Zwang zum Kostensparen in solch harten Zeiten des Handels“, erklärt Martin Knauff, der auch stellvertretender Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Hessen Nord ist.

Verbarrikadieren geht nicht

Er gibt zu bedenken, dass der sehr harte Wettbewerb gerade unter den einzelnen kleinen Läden in der Fußgängerzone bisher vielleicht eine zu „sparsame“ Energienutzung und Türschließung verhindert habe. „Wenn der Nachbar alle Türen weit offen hat, verbarrikadiert man sich natürlich auch bei 15 Grad minus nicht gerne. Hier können wir vielleicht etwas bewegen und freiwillige Bewusstseinsänderungen erzielen“, meint Knauff und kündigt entsprechende Beratungen durch den Stadtmarketinverein an.

Der Einzelhandelsverband Hessen Nord habe eine spezielle, in dieser Form bundesweit einmalige arbeitende, Umwelt-Beraterin in der Geschäftsstelle Kassel, die gerade auch für solche Fragen zur Verfügung stehe.

Mitglieder des Verbandes erhalten so auch kompetente und kostenlose Einzelberatungen für jede Art von Fragen zur Energie-Einsparung, Müllvermeidung und zum Energie effizienten Wirtschaften. Deshalb soll auch die Beraterin in die Diskussion mit dem örtlichen Einzelhandel miteinbezogen werden. (red/kai)

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