Kaufleute ziehen durchwachsene Bilanz des Weihnachtsgeschäfts

Handel: Mit Emotionen gegen Internet kämpfen

Hersfeld-Rotenburg. Der Einzelhandel im Kreis hat eine eher durchwachsene Bilanz des Weihnachtsgeschäfts gezogen. Vor allem die Konkurrenz durch das Internet, aber auch der Wintereinbruch haben die Geschäfte getrübt. „Der Kampf ist hart“, sagte der Sprecher des Einzelhandelsverbandes in der Region, Martin Knauff. Ingesamt bewertete er das Geschäft bislang als befriedigend.

Knauff rechnet damit, dass auch am heutigen Heiligabend noch viele Kunden Weihnachtsgeschenke in letzter Minute kaufen. „Der Kunde wird spontaner“, berichtet er. Knauff, der auch Inhaber des Mode-Centrums Sauer ist, sagt, der Handel müsse „Emotion gegen E-Commerce“ setzen, und appellierte an seine Kollegen, ihre Geschäfte und die Innenstädte attraktiver zu machen. So habe sein Mode-Centrum nach dem Umbau gute Resultate im Weihnachtsgeschäft erzielt.

Philip Kaufmann, der Manager der City-Galerie, erklärte, „die Kunden sind zwar da, aber es wird weniger gekauft.“ Das Geld sitze nicht mehr so locker. Kaufmann vermutet einen Zusammenhang mit den allgemein steigenden Kosten, zum Beispiel für Energie.

Allerdings hätten die Kunden in diesem Jahr vermehrt Hersfeld-Gutscheine gekauft, sodass Kaufmann auf einen Kundenansturm nach den Feiertagen hofft. Auch Jürgen Bode, der Inhaber der Hoehlschen Buchhandlungen in Bad Hersfeld, Bebra und Rotenburg, sagt, die Kunden seien in diesem Jahr zurückhaltender. Er vermutet, dass auch das Winterwetter viele Einkäufer abgeschreckt hat. „Die letzte Woche war gut“, sagte er.

Unter verschärften Umständen verlief das Weihnachtsgeschäft für Kerstin Bier vom gleichnamigen Modehaus in Rotenburg. Trotz des Einbruchs vor wenigen Wochen, bei dem ein Großteil der Ware gestohlen wurde, konnte man das Geschäft wieder in normale Bahnen lenken. Sie sei „den Umständen entsprechend zufrieden“. Zum TAge

Von Kai A. Struthoff

Kommentare