27-Jähriger inszenierte mit Komplizen fingierten Überfall auf Zufallsbekannten

Haftstrafe für „dumme Aktion“

Bad Hersfeld. Die Anklage war heftig: Schwere räuberische Erpressung warf Staatsanwalt Werner Stock einem 27-Jährigen aus Bebra vor, der gemeinsam mit einem Komplizen im Juni vergangenen Jahres einen Zufallsbekannten um seinen Laptop gebracht haben sollte.

Im Prozess vor dem Schöffengericht am Bad Hersfelder Amtsgericht klang die Geschichte jedoch eher nach einem Bubenstreich, der allerdings strafrechtlich nicht vom Tisch zu wischen war.

So hatten der Angeklagte und ein Freund in einer Bad Hersfelder Gaststätte einen Betrunkenen aufgegabelt, mit dem sie per Taxi nach Bebra fuhren. Dort angekommen ließen sie sich in einer dunklen Ecke absetzen, wo sich der Komplize angeblich verabschiedete. Kurz darauf taucht der jedoch – mit hochgestelltem Kragen notdürftig „maskiert“ – wieder auf und droht mit einem Schlüssel. Zunächst verlangt er von dem Bebraner Handy und Geld, was dieser auch prompt herausrückt, dann von dessen Begleiter den Computer. Das Beutestück verscherbeln die beiden Räuber, doch als das schlechte Gewissen plagt, kauft es der Bebraner für 250 Euro wieder zurück.

Auch vor Gericht ist der 27-Jährige umfassend geständig und bezeichnet seine Tat als „dumme Aktion“. All das stimmt das Gericht mit seinem Vorsitzenden Michael Krusche milde, weswegen das Urteil lediglich wegen Beihilfe und in einem minderschweren Fall ergeht. Was Krusche dem Angeklagten jedoch ankreidet, sind drei Autofahrten ohne Führerschein, alle im vergangenen Sommer innerhalb weniger Wochen begangen. Für derartige Uneinsichtigkeit gibt es kein Verständnis.

Unter dem Strich kommt für den Bebraner eine Freiheitsstrafe von einem Jahr heraus, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Außerdem werden 500 Euro Buße und 50 Stunden gemeinnützige Arbeit verhängt.

Von Karl Schönholtz

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