Viele Stellen bieten Rat und Hilfe an

Häusliche Gewalt aus Tabuzone holen

Hersfeld-Rotenburg. Das Thema häusliche Gewalt aus der Tabuzone herauszuholen, es öffentlich zu machen, Hilfsangebote vor Ort aufzuzeigen und sie zu koordinieren, das ist seit zehn Jahren im Landkreis Hersfeld-Rotenburg das Anliegen des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt. Hier kommen unter Federführung der Kreisfrauenbeauftragten alle Fachleute – einschließlich Polizei und Justiz – regelmäßig zusammen, um die notwendigen Hilfen weiterzuentwickeln und die Aktivitäten aller Beteiligten aufeinander abzustimmen.

Seit mehr als 25 Jahren kümmert sich der Verein „Frauen helfen Frauen“ um die zumeist weiblichen Opfer häuslicher Gewalt und um deren Kinder. Der Verein betreibt das Frauenhaus in Bad Hersfeld, das Frauen und Kindern, die unmittelbar von Schlägen und Demütigungen bedroht sind, rund um die Uhr Zuflucht und eine sichere Wohnung bietet.

Zusätzlich bieten die Mitarbeiterinnen Beratung und Unterstützung an auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.

Ergänzt wird dieses Angebot seit einigen Monaten durch die Beratungsstelle Dialog, die vom Verein „Die Brücke“ eingerichtet wurde. Hier gibt es Beratung für Männer mit Gewaltproblemen, die an sich arbeiten wollen. Die Beratungsstelle bietet sowohl Einzelgespräche als auch seit Neuestem eine Gruppe an.

Beratung und Unterstützung finden die Opfer häuslicher Gewalt zudem bei den Beratungsstellen von pro familia, in der Psychologischen Beratungsstelle der Diakonie oder auch beim Jugendamt. Auch der Kinderschutzbund ist Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche. Unterstützung für Gewaltopfer bietet zudem der Weiße Ring.

Polizei kann Täter wegweisen

Erste Anlaufstelle für Betroffene kann immer die Polizei sein, die unter dem bundesweit einheitlichen Notruf 110 immer zu erreichen ist. Die Beamten haben zudem die Möglichkeit, den Täter aus der Wohnung oder dem Haus zu weisen. (zac)

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