Auch im Kreis tauchen Getränke aus dem Ausland auf

Händler schummeln beim Dosenpfand

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In den Müll damit oder nicht? Die Dose in der Mitte, die unsere Praktikantin Christin Hanisch zeigt, ziert ein Pfandsymbol, die anderen beiden nicht. „Abfall“ besagt das Bild auf der orangefarbenen Dose rechts. Dabei ist der Verkauf von Getränkedosen ohne Dosenpfand eigentlich nicht erlaubt.

Hersfeld-rotenburg. Der Verkauf von Getränkedosen ohne Dosenpfand ist bis auf wenige Ausnahmen in Deutschland seit 2003 nicht mehr erlaubt. Und doch bekommt man sie auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg – zum Beispiel in Imbissbuden. Das ergaben Testkäufe unserer Zeitung.

„Tatsächlich ist das ein Problem“, sagt Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Kassel, das für die Einhaltung der Pfandpflicht im Regierungsbezirk Kassel zuständig ist. Vor allem in Imbissbuden und im Kleingaststättenbereich finde man die in der Regel aus dem europäischen Ausland importierten Dosen ohne Pfandlogo. Im vergangenen Jahr haben Mitarbeiter des Dezernats für Abfallwirtschaft etwa 100 Groß-, Zwischen- und Einzelhändler kontrolliert – schwerpunktmäßig in Fulda und Kassel. „Die Zahl der Beanstandungen lag zwischen 60 und 70 Prozent“, sagt Conrad.

Bei etwa 25 Prozent der beanstandeten Betriebe wurde ein Bußgeld fällig. Das fange bei 100 Euro an, könne aber bei Wiederholung bis zu 50 000 Euro betragen. Zudem werde jeder Verstoß den Finanzbehörden gemeldet. Die Menge der gefundenen Dosen reiche von einer Palette bis zu mehreren Kubikmetern.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg habe es bislang noch keine gezielten Kontrollen gegeben, da man sich verstärkt auf Groß- und Zwischenhändler konzentrieren wolle. „Man hat festgestellt, dass das der richtige Weg ist“, sagt Conrad. Es sei nicht sinnvoll, am Ende der Verkaufskette anzufangen. Bei konkreten Hinweisen käme auch eine Zusammenarbeit mit den Ordnungsämtern vor Ort infrage.

Der Verkauf der importierten Dosen verschaffe den Händlern Wettbewerbsvorteile, sagt Conrad, denn über das Dosenpfand wird das Duale System finanziert. Wer Dosen für den deutschen Markt abfülle, müsse zur Finanzierung der Entsorgung eine Gebühr bezahlen. Die Entsorgungskosten für pfandfrei verkaufte Dosen bleiben dagegen an der Allgemeinheit hängen. ZUM TAGE

Von Barbara Kamisli und Nadine Maaz

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