Lückenschluss in der DSL-Versorgung: Zehn Firmen gaben Angebote ab

Elf haben die Wahl

Schnelles Internet als Standortfaktor für die Firmen und Privatleute: Diese Aufgabe haben Erhard Berleth (rechts), der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung beim Landkreis, und seine Mitarbeiterin Corinna Schrader (links) als Dienstleister der Städte und Gemeinden übernommen. Foto: Hornickel

Bad Hersfeld. Bis zu den Sommerferien haben elf Städte in Großgemeinden in unserem Landkreis die Wahl: Entweder sie entscheiden sich für eine Funklösung bei der Verbesserung der DSL-Versorgung oder lassen es bleiben.

Das ist der Stand der Dinge, nachdem die Wirtschaftsförderung des Landkreises im Februar eine Art öffentlicher Ausschreibung in die Wege leitete. Damals waren auch Hohenroda, Ludwigsau, Bebra und Ronshausen noch im Boot. Für diese vier Gemeinden hat die Firma Informationstechnologie für Menschen (ITfM) mit Sitz in Alheim Morschen ein Angebot unterbreitet, bei der die Gemeinden nichts hinzulegen müssen. Das heißt, die Firma stellte eine DSL-Lösung zur Verfügung, die sich ab einer gewissen Teilnehmerzahl rentiert. Die Städte und Gemeinden müssen selbst kein Geld in die Hand nehmen und brauchen auch keine finanzielle Hilfe vom Land Hessen. Nach Angaben von Corinna Schrader, die als eine von drei Breitbandberaterinnen in Hessen den Bereich Nordhessen betreut, haben sich zehn Firmen um den Auftrag zum Aufbau eines Breitband-Internets beworben.

Der Vorgang hieß Interessenbekundungsverfahren, weil die Wirtschaftsförderung zwar Angebote einholen durfte, selbst aber keine Aufträge im Namen von Kommunen vergeben darf.

Die Angebote wurden ausgewertet. In mehreren Treffen wurden die verbleibenden elf Städte und Gemeinden von Corinna Schrader über das Ergebnis unterrichtet. Momentan läuft in den Gemeinden die Entscheidungsfindung. „Es ist jedoch angestrebt, dass sich alle für denselben Anbieter und ein einheitliches Netz entscheiden“, erklärt Corinna Schrader. Ziel ist, dass die Gemeinden danach umgehend in die konkreten Verhandlungen mit den Firmen eintreten können. Details über den Anbieter darf Corinna Schrader aus Wettbewerbsgründen nicht nennen. „Fest steht aber bereits, dass sich alle Kommunen für eine drahtlose DSL-Varianteentscheiden müssen, da ansonsten keine Förderung durch das Landesprogramm möglich ist“, räumt Corinna Schrader ein. Dennoch ist absehbar, dass die Teilnehmer nicht für immer auf eine datentechnische Sparbrot-Lösung eingeschworen sind.

Einstieg mit Ausblick

Mittlerweile sehen auch Kritiker der Funklösung ein, dass diese Technik als sinnvoller Einstieg in die Breitband Versorgung des ländlichen Raumes vertretbar ist. Beispielsweise folgt auch die Gemeinde Hauneck dem Angebot, damit der Ortsteil Rotensee als letztes unversorgtes Dorf auf die Datenautobahn einschwenken kann. Bereits aktiviert ist die WIDSL-Versorgung für Sieglos, Bodes, Eitra, Unterhaun und Oberhaun. Die Firma OR Network, um die es geht, hat bereits die Ortsteile Gittersdorf, Untergeis und Teile von Obergeis mit Funktechnologie ausgerüstet.

Von Kurt Hornickel

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