Kathuser Schürzenjäger feiern ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum mit einer Weltreise

Sie haben noch Träume

Der bewusst strenge „Jubiläumsblick“ der Kathuser Schürzenjäger fällt (stehend von links) Alexander Schäfer, Thomas Rüger, Michael Braun, Bernd Roth, Winfried Stein, (sitzend von links) Jens Baumgardt, Berthold Rothenbücher, Christian Klein, Michael Barth und Frank Führer sichtbar schwer. Die Truppe feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum. Foto: Roth

Kathus. „Dafür mach ma Musik!“ Dieses Motto haben sich die Kathuser Schürzenjäger ausgewählt, die ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum bei der Prunksitzung der Kathuser Karnevalsvereinigung KKV mit einem besonderen Programm begehen. Der Slogan lautet dann „Musikalische Weltreise“.

Angefangen hat alles im Jahre 1995, als ein Teil der Kathuser Kirmesburschen die Zillertaler Schürzenjäger imitierte und mit täuschend ähnlichen Kostümen die Solztalhalle zum Brodeln brachte. Zwar hat die Gruppe im Laufe der Jahre Veränderungen erfahren, aber Michael Barth, Michael Braun, Jens „Fuzzy“ Baumgardt, Frank Führer, Stefan Groß, Marcel Mähler, Bernd Roth, Berthold Rothenbücher, Thomas Rüger, Alexander Schäfer, Winfried Stein und „Edeljoker“ Christian Klein sind immer noch dabei.

Als „Special Guests“ traten Reiner Mähler, Rolf Apel, Sandra Rüger, Raiko Hentschel und Stephan Keidel auf. Immer noch gilt der Leitspruch: „Einmal Schürzenjäger – immer Schürzenjäger!“

Das Geld für Kostüme und Bühnebild verdient sich die Gruppe bei Auftritten auf Geburtstagen, Hochzeiten, beim Seniorenfasching in der Stadthalle oder bei Kirmesfeiern. Ein Highlight fand vor dem Bebraer Rathaus statt, als die Gruppe bei einer Wahlveranstaltung von Horst Groß auftrat, der später lächelnd erzählte: „Ich bin nur zum Bürgermeister gewählt worden, weil ihr aufgetreten seid.“ Und ist die Kasse mal leer, so wird in die eigene Tasche gegriffen.

Hutstafette wird geprobt

Laut ist es, verdammt laut. Es ist Sonntagabend, 18.33 Uhr, im Vereinsheim des SV Kathus. Neun Personen haben sich versammelt, um ihren Karnevals-Auftritt 2014 einzustudieren. Heute geht es nur um den Einmarsch mit einer Hutstafette. Jeder hat einen neuen Vorschlag, die Meinungen wechseln im Sekundentakt. Auf die Frage, warum es hier etwas lebhafter zugeht, gibt es eine einfache Antwort: „Jeder will etwas beitragen, das ist unser großes Plus“. Die Sitzungen der Kathuser Karnevals Vereinigung am 22. und 23.Februar sind das Ziel der „Band“, bis dahin ist vieles zu besprechen und zu proben.

Playback singen mit aufwändigen Kostümen, lustigen Geschichten, meist eindeutig zweideutig, das ist das alljährliche Programm der Gruppe. Viel Zeit in der Vorbereitung, die im Oktober beginnt, geht für das Aussuchen der richtigen Musik drauf. „Es wird jedes Jahr schwieriger, aber wir bekommen doch immer wieder ein Programm zusammen“, erzählt Michael Barth, Gründungsmitglied der Schürzenjäger. „Die Ansprüche, auch unsere eigenen, werden stets höher“ verrät Berthold Rothenbücher, der von den restlichen Mitgliedern den Spitznamen „Künstler“ erhalten hat. Wegen des Jubiläums gibt es noch eine besondere Überraschung.

Oft taucht nach Auftritten beim Publikum die Frage auf, wo nur jedes Jahr die Ideen herkommen. Die Antwort darauf liefert Alexander Schäfer, ebenfalls Gründungsmitglied der Truppe, mit einem Lächeln: „Die kommen meist zu späterer Stunde nach ein paar Schoppen“.

Stars für ein paar Minuten

Und auf die Frage, warum man monatelang dafür arbeitet, um eine knappe halbe Stunde auf der Bühne zu stehen, gibt es eine klare Antwort: „Man fühlt sich für ein paar Minuten wie ein Star, wenn man da oben steht, und der Saal tobt. Dann weiß man, dass man Menschen glücklich macht“. Und „Fuzzy“ Baumgardt schiebt seinen Traum nach. „Ich möchte einmal in einem Open-Air-Konzert auf der schwimmenden Insel am Kathuser Seeloch auftreten. Am liebsten mit den Kathuser Wilddieben als Vorband.“

Auch der Nachwuchs steht schon bereit. Seit einigen Jahren existiert eine Mini-Schürzenjäger-Gruppe unter der Leitung von Berthold Rothenbücher, die im Kinderprogramm der KKV auftritt.

Von Rolf Roth

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