Jugendschöffengericht verurteilt rabiaten Rotenburger zu Bewährungsstrafe

Haarscharf am Knast vorbei

Bad Hersfeld. Haarscharf schrammte ein 20 Jahre alter Rotenburger an einer mehrjährigen Haftstrafe vorbei. Der bereits vorbelastete Heranwachsende wurde jetzt vom Jugendschöffengericht am Bad Hersfelder Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletztung, schwerer räuberischer Erpressung, versuchter Nötigung und weiterer Taten zu zwei Jahren Jugendstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt werden. Staatsanwalt Stefan Müller-Odenwald hatte zwei Jahre und acht Monate Jugendstrafe beantragt.

In dem Urteil ist eine früher verhängte Jugendstrafe von einem Jahr enthalten, die der Rotenburger im Zusammenhang mit den Straftaten der Jugendbande Azzlacks erhalten hatte.

In dem neuen Verfahren unter Vorsitz von Richter Dr. Rolf Schwarz ging es um Vorwürfe aus dem August und September vergangenen Jahres. Der weitestgehend geständige Angeklagte hatte demnach einen seiner Kumpane zusammengeschlagen, um ihn an belastenden Aussagen bei der Polizei zu hindern. Zudem hatte er das Opfer in dessen Wohnung mit seiner selbst gebastelten Machete – Klingenlänge etwa 40 Zentimeter – bedroht und sich bei dieser Gelegenheit eine Spielekonsole nebst Controller „geben“ lassen.

Zwei Tage später war der Rotenburger in Untersuchungshaft gewandert. Unwidersprochen blieb vor Gericht, dass der 20-Jährige die Taten unter Drogeneinfluss begangen hatte.

Therapie als Auflage

Das schlug sich auch in den Bewährungsauflagen nieder: Neben 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einem Anti-Aggressionsstraining verpflichtete das Gericht den Angeklagten zu einer Drogentherapie.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Karl Schönholtz

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