Friseure im Kreis verunsichert über EU-weite Jugendschutzauflage

Haare-Raufen über neue Färbe-Vorgaben

Hersfeld-Rotenburg. In den Friseursalons im Kreis herrscht Verwirrung und Unsicherheit. Grund dafür ist eine vor rund sechs Monaten erlassene EU-Richtlinie, die es Friseuren untersagt, Jugendlichen unter 16 Jahren wegen möglicher allergischer Reaktionen ohne Einverständnis der Eltern die Haare zu färben.

Es handle sich um einen Warnhinweis und nicht um ein Gesetz, betont Sarah Heeder-Himmelreich, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes Friseurhandwerk Hessen. Das würde die Situation aber nicht erleichtern, da Friseure trotz Einverständniserklärung der Eltern haften müssten.

„Es herrscht große Verunsicherung“, sagt Innungsmeister Peter Fiebig, der in Schenklengsfeld seinen Salon betreibt. Obwohl die Innung alle Betriebe über die neue Regelung informiert habe, sei manchen die Tragweite der Haftungsreglung nicht bewusst. Dabei habe die Berufsgenossenschaft den Friseuren schon seit jeher angeraten, ihre Kunden über mögliche Risiken der Färbeprodukte aufzuklären. „Wir wollen schließlich niemanden krank machen“, sagt Fiebig. „Sieben- und Achtjährige müssen auch nicht unbedingt mit gefärbten Haaren rumrennen“, sagt der Innungsmeister.

Trotzdem gibt es auch kritische Stimmen im Kreis. Fiebigs Stellvertreterin, Stefanie Orth aus Breitenbach/Bebra, hält die neue Verordnung „nicht für die ideale Lösung“ und weist auf Probleme hin.

Sie fragt, wer beispielsweise prüft, ob die Jugendlichen die Färbeprodukte nicht stattdessen im Supermarkt kaufen. Außerdem gebe es in den Salons ja auch minderjährige Auszubildende, die dann eigentlich ebenfalls geschützt werden müssten. Orth rechnet zudem mit finanziellen Einbußen für die Friseure.

Aber: „Gesetz ist Gesetz“, sagt Stefanie Orth, und ihr Kollege Peter Fiebig betont: „Die juristische Empfehlung lautet ganz klar, Jugendlichen nicht die Haare zu färben.“ ZUM TAGE,

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Von Magdalena Dräger

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