Montagsinterview mit Sparkassen-Vorstand Gerhard Heß über die Region und den Job

Gutes noch besser machen

Der neue Mann in der Sparkassen-Rotunde: Gerhard Heß ist seit Anfang Februar Mitglied des Vorstands. Unser Foto zeigt ihn auf der Galerie der Sparkassen-Zentrale in der Bad Herfelder Dudenstraße. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Seit Anfang Februar ist Gerhard Heß neues Mitglied im Vorstand der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg. Kai A. Struthoff sprach mit ihm über seine Arbeit und seine ersten Eindrücke von der Region.

Herr Heß, wie waren Ihre ersten Arbeitstage?

Gerhard Heß: Ich habe das Gefühl, als wäre ich schon ein paar Monate hier. Alle haben mich sehr offen aufgenommen, was ja nicht selbstverständlich ist, wenn jemand von außen kommt. Ich bin mit meinem Vorstandskollegen Reinhard Faulstich in alle Geschäftsstellen gefahren, habe mich überall im Haus vorgestellt, hatte erste Kundentermine und Veranstaltungen – das Arbeitsklima hier ist sehr gut, wir haben hier eine Super-Mannschaft.

Sie waren bislang Vorstand einer Sparkasse im Sauerland - eine vergleichbare Position. Was hat Sie bewogen, den Job zu wechseln?

Heß: Die Aufgabenteilung in dem Zweiergremium war dort tatsächlich ähnlich wie hier. Allerdings ist die Sparkasse Hersfeld-Rotenburg etwa doppelt so groß und zudem sehr gut aufgestellt. Aber es gibt auch einen privaten Grund für meinen Wechsel: Meine Frau kommt aus dem Schwalm-Eder-Kreis – der Weg zu ihrer Familie ist jetzt viel kürzer. Bad Hersfeld liegt für uns einfach ideal.

Wenn man neu in eine Region kommt, dann fällt einem vieles auf. Was ist Ihr erster Eindruck?

Heß: Ganz am Anfang habe ich mich an einem Samstag in der Fußgängerzone mittags draußen vor ein Café gesetzt und die Leute beobachtet. Dabei ist mir die Heiterkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen aufgefallen. Hier passiert was, hier spürt man das Oberzentrum, hier ist was los. Aber mir gefallen auch Fachwerk und Landschaft.

Und was sagt der Wirtschaftsexperte über die Region?

Heß: Die Logistik- und Baubranche ist hier stark vertreten, aber es fehlt das produzierende Gewerbe. Das ist schade, daran muss man arbeiten. Die Region hat von der Wende profitiert, der Fall der Mauer war für Bad Hersfeld ein Segen – das merkt man jetzt nicht nur an den Arbeitslosenzahlen. Aber die Region leidet unter dem demografischen Wandel. Das trifft zum Beispiel den Einzelhandel. Es ist schon bedauerlich, dass es hier Leerstände gibt.

Unser Ministerpräsident hat den Landkreis kürzlich als Flaggschiff der Boom-Region Nord-Hessen bezeichnet. Was ist zu tun, damit das so bleibt?

Heß: Die Ansiedlungspolitik muss konsequent vorangetrieben werden. Es müssen weiterhin Flächen dafür bereitgestellt werden, insbesondere für produzierendes Gewerbe. Dazu sollte es aber hier auch genügend Fachkräfte geben.

Wie wird künftig die Aufgabenteilung zwischen dem Vorstandsvorsitzenden Faulstich und Ihnen aussehen?

Heß: Wir werden eine klare Aufgabenteilung zwischen Markt und Eigenhandel sowie Marktfolge und Überwachung haben. Das entspricht den aufsichtsrechtlichen Vorgaben. Es gilt das Vier-Augen-Prinzip. Herr Faulstich verantwortet als Vorstandsvorsitzender die Stabsabteilungen wie etwa Unternehmenssteuerung sowie die internen Bereiche, und ich bin für den kompletten Vertrieb zuständig: Die Firmen- und Gewerbekunden, das Privat- und Vermögenskundengeschäft einschließlich Immobilienberatung und Geschäftsstellen, sowie Vertriebsunterstützung und medialen Vertrieb – also zum Beispiel Kundenservicecenter, Internet und Electronic Banking.

Sie werden also viel in der Region unterwegs sein?

Heß: Ich bin ein klassischer Vertriebsmann und verstehe mich als Regionalbanker, immer mit dem Herzen vor Ort. Und ich verstehe mich auch als Mittelstandsmann – das heißt, dass wir künftig noch stärker im Firmenkundenbereich präsent sind und insgesamt als Sparkasse zum Wohle der Kunden das Gute noch besser machen.

Sind Sie auch privat schon in der Region angekommen?

Heß: Ich bin verheiratet und habe einen zweijährigen Sohn und eine Tochter, die jetzt bald in die Schule kommt. Wir werden nach Sorga ziehen. Die Kinder sehen den Umzug ganz offen und freuen sich auf ein neues Haus, ihre neuen Zimmer und Umgebung. Wir sind überzeugt, wir haben es hier sehr gut getroffen.

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