Stadtmarketingverein wünscht sich Kompromiss zur Sperrstunde

Gute Nacht, Hersfeld

Bad Hersfeld. Dass die Gäste in den Bad Hersfelder Cafés und Bars um 22 Uhr nach drinnen umziehen müssen, erhitzt die Gemüter in Bad Hersfeld. Grund dafür ist eine Aktion des Ordnungsamtes, mit der auf die gesetzlich vorgeschriebene Sperrzeit und deren strikte Umsetzung hingewiesen wird.

Aufgrund der Beschwerden von Anwohnern in der Innenstadt reagierte die Stadtverwaltung und wies auf ein Gesetz hin, das seit Jahren Bestand hat (unsere Zeitung berichtete).

Verständnis für Anwohner

Der Stadtmarketingverein als Vertreter der Gewerbetreibenden äußert nun Verständnis für die Anwohner, die bei warmen Temperaturen mit offenem Fenster schlafen möchten. Sie sollten aber berücksichtigen, dass eine strikte Umsetzung der Sperrzeit eine ganze Reihe weiterer Probleme mit sich ziehen würde.

Der Verein verweist auf die Festspiele, die in der Regel um 21 Uhr beginnen und zweieinhalb Stunden später enden. „Gäste Bad Hersfelds wissen die Außengastronomie und die damit verbundene Atmosphäre auch nach den Aufführungen sehr zu schätzen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Stadtmarketingvereins.

„Was ist mit den regelmäßigen Veranstaltungen, die in der Innenstadt stattfinden, dem Lullusfest, dem Live Jazz, dem Midnightshopping mit den entsprechenden Aktionen?“ Diese Veranstaltungen liefen weit über 22 Uhr hinaus und erzeugten einen weitaus höheren Geräuschpegel als der, welcher durch die reguläre Außengastronomie entstehe.

Laut des Stadtmarketingvereins muss der Konsens ein vernünftiges Miteinander sein. „Die Gastronomen sollten dafür Sorge tragen, dass auf ihren Terrassen ein angemessener Lärmpegel herrscht, der den Anwohnern nicht die Nachtruhe raubt. Die Anwohner wiederum müssen sich darüber im Klaren sein, dass in Gebieten, in denen Gewerbe und Wohnraum dicht an dicht angesiedelt sind, auch mit strikter Einhaltung der Sperrstunde nicht die Ruhe herrscht wie in reinen Wohngebieten“ heißt es in der Erklärung.

Konsens muss her

„Nur so kann Bad Hersfeld den Status einer lebendigen und pulsierenden Stadt halten und letztlich auch entgegen der demographischen Entwicklung reizvoll für jüngere Menschen sein. Sollte dieser Konsens dauerhaft nicht gefunden werden, heißt es für Bad Hersfeld nicht erst um 22 Uhr: Gute Nacht!“ (red)

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