Sammelbecken wohl verstopft – 100 000 Liter Stinkebrühe strömen aus

Gülle läuft in die Werra

Gethsemane. Aus einem Sammelbecken auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Gethsemane sind am späten Montagabend etwa 100 000 Liter Gülle ausgelaufen. Die Brühe lief über den Hof auf eine angrenzende Wiese und verteilte sich dort.

Größere Mengen sind dabei auch in einen Graben gelangt, der in die Ausbach führt. Diese wiederum mündet in den Zellersbach, der sein Wasser in die Werra abgibt. Von daher ist auch jede Menge Gülle in den Fluss gelangt. Dies geschah jedoch nicht hochkonzentriert.

Die Einsatzkräfte der Philippsthaler Feuerwehren, die um 23.06 Uhr von der Rettungsleitstelle in Bad Hersfeld alarmiert worden waren, errichteten in der Nähe der Unglücksstelle einen Damm. Dort verdünnten sie die Gülle mit Wasser aus einem benachbarten Löschteich. Ein Abpumpen der 100 Kubikmeter Gülle war nicht möglich.

Mit Löschwasser verdünnt

Durch das Verdünnen wurde die Belastung der Werra in Grenzen gehalten. Nach Mitteilung der beim Landrat ansässigen Unteren Wasserbehörde habe es bei Messungen an der Werra keine sonderlich erhöhten Werte gegeben. Auch seien bisher keinerlei Meldungen über tote Fische eingegangen.

Warum die Gülle auslaufen konnte, ist letztlich noch nicht ganz geklärt. Vermutet wird ein Pfropf, der eine Leitung verstopfte. Auf den Landwirt wartet jetzt eine Anzeige wegen Gewässerverunreinigung durch den Umweltsachbearbeiter der Polizei in Bad Hersfeld.

Von Mario Reymond

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