Landkreis ist Schlusslicht in Nordhessen – Kritik an Gehalt

Grundschulen: Wenige Männer unterrichten

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Hersfeld-Rotenburg. In Hessen gibt es nur wenige männliche Grundschullehrer. 12 371 Lehrer- und Lehrerinnen arbeiten an Grundschulen. 1082 sind männlich – das sind nicht mal zehn Prozent. Am schlechtesten schneidet in den fünf nordhessischen Landkreisen prozentual der Kreis Hersfeld-Rotenburg ab.

Dort sind von 260 Pädagogen nur 22 männlich. Das ist mit knapp 8,5 Prozent die schlechteste Quote. Das geht aus den Zahlen des hessischen Kultusministeriums hervor. Bundesweit liegt der Schnitt zwischen 12 und 14 Prozent. Bildungsexperten sehen darin ein Problem: Es fehle den Kindern an männlichen Rollenvorbildern. Es könne dadurch der Eindruck bei ihnen entstehen: Kümmern sei nicht männlich. Diese Ansicht teilt auch Ulrich Märtin, Geschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW). Er fordert für die Grundschulen mehr männliches Lehrpersonal.

In den vergangenen Jahren habe sich die Situation kaum verändert. Der Männeranteil an den Grundschulen sei gleichbleibend niedrig, sagt Märtin.

Insgesamt habe er festgestellt, dass der Lehrerberuf weiblicher geworden sei. Hessenweit liegt der Männeranteil schulformübergreifend bei 33 Prozent. Der Knackpunkt ist aus der Sicht von Märtin das Gehalt: Grundschullehrer verdienen im ersten Jahr etwa 2900 Euro brutto. Kollegen anderer Schulformen haben 400 Euro mehr.

Das Kultusministerium sieht in der Situation kein grundsätzliches Problem. Man sei aber bestrebt, den Anteil zu erhöhen, teilte Stefan Löwer, Sprecher des Kultusministeriums mit. Eine Männerquote sei aber aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

Am besten schneidet in Nordhessen der Werra-Meißner-Kreis ab. Auf den weiteren Plätzen folgen der Schwalm-Eder-Kreis, Waldeck-Frankenberg, der Landkreis Kassel und Kassel Stadt.

Von Max Holscher

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