Landkreise gründen Gesellschaft zum Bau eines Glasfasernetzes

Grünes Licht für die Datenautobahn

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Hersfeld-Rotenburg. Die Landräte der fünf nordhessischen Kreise haben gestern Abend die Weichen für eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte in der Region gestellt. Sie besiegelten in Witzenhausen die Gründung der Breitband Nordhessen GmbH, die ein flächendeckendes Glasfasernetz in Nordhessen installieren wird.

Die Region verfügt dann europaweit über eine der schnellsten Datenautobahnen mit Übertragungsraten von 30 bis 100 Megabit pro Sekunde. Derzeit liegt die Leistung in weiten Bereichen Nordhessens bei zwei bis sechs Megabit, teilweise sogar darunter. Grund für das bundesweit einmalige Projekt ist die vor allem in entlegenen Gebieten unzureichende Internet-Versorgung zum Nachteil insbesondere gewerblicher Nutzer. Um einer Abwanderung von Unternehmen, aber auch junger Menschen vorzubeugen, wagen sich die Landkreise an dieses auf 173 Millionen Euro veranschlagte Großprojekt heran – vor allem auch, weil der deutsche Marktführer, die Telekom, sehr zurückhaltend auf entsprechende Vorstöße reagiert hat.

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt sagte dazu kürzlich bei der Einbringung des Haushalts: „Wir wollen den Bürgern flächendeckend ein leistungsfähiges Internetangebot bereit stellen. Für dieses richtungsweisende Vorhaben sind umfängliche Investitionen notwendig“. Etwa 30 Millionen Euro müssen die Kreise Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder und Werra-Meißner als Eigenkapital aufbringen. 143 Millionen Euro sind als Kredit bei der Wirtschafts- und Strukturbank Hessen beantragt. In 17 bis 22 Jahren soll sich die Investition amortisieren. Baubeginn könnte im Frühjahr 2015 sein. Das am Ende 2384 Kilometer lange Netz soll bis 2020/22 schrittweise in Betrieb gegen. Ein professioneller Anbieter soll es betreiben. Eine Ausschreibung wird derzeit vorbereitet.

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Von José Pinto

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