Kritik an Niedriglöhnen in Zeitarbeitsbranche - Besuch bei der Arbeitsagentur Bad Hersfeld

Grüne sehen „viele schwarze Schafe“

bad hersfeld. Neben einigen vorbildlichen Unternehmen, die Leiharbeiterinnen und -arbeiter genauso wie die Stammbelegschaft bezahlten, gebe es aber auch „viele schwarze Schafe“ in diesem Bereich.

Diese Auffassung vertraten Mitglieder von Kreisvorstand und Kreistagsfraktion der Grünen, nachdem sie sich bei einem Besuch der Arbeitsagentur Bad Hersfeld von dessen Leiter Matthias Oppel über die aktuelle Arbeitsmarktsituation informiert hatten.

„Es kann doch nicht sein, dass Beschäftigte mit ihrem niedrigeren Gehalt gegenüber der Stammbelegschaft auch noch für die erhöhte Flexibilität, die sie dem Arbeitgeber bieten, bezahlen müssen“, kritisierte Nina Weise-Hübner aus der Grünen-Kreistagsfraktion.

Rückendeckung

Rückendeckung bekommt sie dabei von der Grünen-Bundestagsfraktion, die sich kürzlich neben tariflicher Gleichstellung von Leiharbeitnehmern und Stammbelegschaft sogar für einen zehnprozentigen Leiharbeiter-Lohnzuschlag einsetzte – leider erfolglos.

Viele hundert Leiharbeiter

„Alleine bei uns im Landkreis befinden sich viele hundert Menschen in Leiharbeitsverhältnissen“, ergänzte Christian Eimer vom Kreisvorstand der Grünen. „Wenn es keine Leiharbeit gäbe, so müssten die großen Logistikunternehmen trotzdem die gleiche Anzahl von Arbeitnehmern einstellen – nur zu wesentlich faireren Konditionen. Dies würde womöglich den Unternehmensgewinn etwas schmälern, aber vielen Beschäftigten im Landkreis die Aufstockung ihres Niedriglohnes durch Hartz IV ersparen.“

Die Grünen wollen nach eigenen Angaben an dem Thema dranbleiben und darauf hinwirken, dass der heimische Arbeitsmarkt an dieser Stelle transparenter wird, um vorhandene Missstände abzustellen. (red)

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