Wahlkampfparty mit Musik in der Stadthalle / Tarik Al Wazir lobt den Kreisverband

Grüne lassen’s rocken

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Grün ist Trendfarbe: Tarik Al Wazir, Kaya Kinkel, Elke Hohmann und Jörg Althoff beweisen es.

Bad Hersfeld. Grün ist in, grün ist Trendfarbe. Das meint jedenfalls Jörg Althoff, Kreistagskandidat der gleichfarbigen Partei. Er könnte Recht haben. Grüne Schals, grüne Pullis, grüne Blusen – bei der Wahlparty der Grünen war die Farbe der Hoffnung allgegenwärtig. Und Hoffnung macht sich auch die Partei – auf ein gutes Wahlergebnis.

„Die Grünen im Kreis sind auf einem guten Weg – nach vorn und nach oben“, meinte auch Tarik Al Wazir, der Grüne Landeschef, der eigens aus Wiesbaden angereist war, um seinen Parteifreunden Mut zu machen. „Ihr seid nicht mehr der kleinste Landesverband“, konnte er berichten.

Die Grabenkämpfe der Vergangenheit scheinen überwunden. „Der Zulauf für uns ist fantastisch“, bestätigte die erst 23-jährige Spitzenkandidatin für den Kreistag, Kaya Kinkel aus Wildeck, obwohl man im ländlichen Raum als Grüne immer noch etwas schief angesehen werde.

53 Mitglieder hat der Grüne Kreisverband inzwischen und damit den Vogelsbergkreis überholt. Alle arbeiteten aktiv mit. Und viele der Mitglieder sind jung. „Bei den Jungwählern stehen wir immer noch an erster oder zweiter Stelle“, sagte Tarik Al Wazir. Er spüre vor allem nach dem Ausstieg vom Atomausstieg einen „großen Willen zur Mobilisierung“.

Im Kommunalwahlkampf spielten natürlich auch die Stimmung aus Berlin und Wiesbaden eine Rolle. „Aber wir kandidieren nicht gegen jemand, sondern für unsere Inhalte“. Ein wichtiges Thema im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist dabei die Haltung zu K+S. „Wir stellen nicht Ökologie gegen Ökonomie“, sagte Al Wazir. „Aber der Kalibergbau muss umweltverträglicher werden, um eine Zukunft zu haben.“ Es gebe kein Loch, in das man Lauge kippen könne, ohne dass sie irgendwo wieder rauskommt. Kritik übte er auch am Flughafen Kassel-Calden, „den keiner braucht – nicht mal die Fluggesellschaften“.

Derartige Botschaften kamen an bei den rund 200 Besuchern in der Stadthalle – darunter auffallend viele junge Leute. „Bei uns stehen die jungen Leute ja auch auf Platz 1 der Liste und nicht erst auf Platz 17“, sagte Jörg Althoff und hofft, damit neue Wähler mobilisieren zu können. „Es gibt keine Politik, sondern nur eine Politikerverdrossenheit“, meinte auch Elke Hohmann, die Grüne Spitzenkandidatin für Bad Hersfeld. Sie wolle die Wahlbeteiligung verdoppeln.

Tarik Al Wazir, dessen Vater aus dem Jemen stammt, der momentan auch von Unruhen heimgesucht wird, sorgte dann noch für einen nachdenklichen Augenblick: „Während wir hier reden, sterben in Afrika Menschen für das Recht auf freie Wahlen“, warb er für den Gang zur Urne. Denn gerade die Kommunalpolitik sei etwas Tolles, weil sie so konkret ist.

Konkret und ziemlich laut wurde es dann auch, als die Band 41 Degree die Fieberkurve im Saal ansteigen ließ. Ihre Botschaft war auch konkret: Die Grünen lassen’s rocken.

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