Ortsverband Bad Hersfeld zweifelt am Gelingen der Festspielsaison 2015

Grüne kritisieren Wedel

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Bad Hersfeld. Das Gelingen der Festspielsaison 2015 sei zunehmend in Frage gestellt, befürchten die Grünen in Bad Hersfeld nach der jüngsten Sitzung des Ortsverbandes. „Wir haben bewusst die Entwicklung abgewartet, denn es war klar, dass man in so kurzer Zeit seit der Einstellung des neuen Intendanten Dieter Wedel keine Wunder erwarten konnte“, stellt Monika Schmidt fest. Allerdings sei nach dem allseits erhofften „Wedeleffekt“ inzwischen auf breiter Front Ernüchterung eingetreten.

Man habe nicht damit gerechnet, dass in so kurzer Zeit so viel „Festspielporzellan zerschlagen“ werden könne, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen. Der Spielplan sei bis heute nicht bekannt und die Saison, die bisher spätestens Anfang November mit dem Kartenvorverkauf begonnen habe, sei in weite Ferne gerückt.

„Kein Hauruckverfahren“

Nun werde auch noch die Sicherheitsfrage gestellt, die das Projekt Festspiele 2015 in Gänze gefährdet. Wenn es konkrete Probleme gäbe, könnten diese nicht erst jetzt aufgetaucht sein und die Stadt hätte längst tätig werden müssen, argumentieren die Grünen. Planungen einer neuen Tribüne müssten in Ruhe und in Zusammenarbeit mit den städtischen Gremien sowie den Genehmigungsbehörden vorgenommen werden, was eine Fertigstellung frühestens 2016 in Aussicht stelle. „Ein Hauruckverfahren schadet hier mehr als es nützt,“ mein Antje Fey-Spengler. Inzwischen sei sehr viel wertvolle Zeit vergangen, weder Marketing, noch Kartenvorverkauf seien möglich.

Als Schildbürgerstreich werten die Grünen auch die Debatte um eine neue Rechtsform zu diesem Zeitpunkt. „Die Rechtsform GmbH hätte das Desaster des vergangenen Sommers nicht verhindert, denn nicht die politischen Gremien, sondern persönliche Animositäten des Bürgermeisters gegenüber dem Intendanten haben die Eskalation des Festspielstreits verursacht“, so Monika Schmidt.

Identifikation ist wichtig

Eine Ausgliederung der Festspiele würde diese der parlamentarischen Kontrolle entziehen. „Das kann niemand wollen, dem die Festspiele als Alleinstellungsmerkmal der Stadt am Herzen liegen und der auf möglichst große Transparenz in die hier getroffenen Entscheidungen Wert legt“, so Schmidt. Und vor allem dürfe man die Identifikation der Hersfelder Bürgerinnen und Bürger mit „ihren“ Festspielen nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. (red/ks)

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