Bisher wenig Resonanz auf BUND-Kampagne

Grüne gegen offene Ladentüren

Offene Türen sind einladend – aber nicht im Winter: Die Grünen und der BUND haben am Wochenende an die Klimaschutzziele von Bad Hersfeld erinnert und gegen offene Türen protestiert. Foto: nh

Bad Hersfeld. Trotz eisiger Temperaturen lassen immer noch viele Geschäfte in der Bad Hersfelder Innenstadt ihre Türen sperrangelweit geöffnet. Dabei hatten vor genau einem Jahr der BUND und die Grünen eine Aktion gestartet, um diesem „unsinnigen Trend“ entgegenzuwirken. Bislang offenbar ohne Erfolg: „Es ist so gut wie nichts geschehen“, konstatierte der Kreisvorsitzende des BUND, Jörg Bennedik.

In einer Pressemeldung erinnert Bennedik daran, dass sich Bad Hersfeld ausdrücklich zu den Zielen des Klimaschutzes bekennt und mit dem erfolgreichen Programm „Bad Hersfeld saniert sich“ bewiesen hat, dass Klimaschutz machbar und langfristig rentabel ist.

Schon vor einem Jahr sei der Appell verstanden worden. Dies zeigte die prompte Reaktion des Vorsitzenden des Stadtmarketingvereins Martin Knauff, der in einem Bericht unserer Zeitung versprach, dass der örtliche Handel die Anregung Bennediks, die Geschäfte bei extrem kalter Witterung effizienter zu organisieren, in ihren Gremien thematisieren werde.

Auch Bürgermeister Thomas Fehling hatte versichert, dass er sich des Problems annehmen wolle. „Im Modezentrum Sauer sind jetzt zwar die Türen im Winter geschlossen. Dafür lassen immer mehr Geschäfte im Eingangsbereich Wärmegebläse einbauen, um ihre Türen ganzjährig öffnen zu können“, resümiert Bennedik nach einem Jahr. Die steigenden Energiekosten könne man ja schließlich von der Steuer absetzen.

Anlässlich ihres Neujahrsempfangs am vergangenen Samstag haben die Hersfelder Grünen eine Exkursion in die Fußgängerzone unternommen, um dort der grünen Bundestagsabgeordneten Priska Hinz den Stein des Anstoßes bei einigen Geschäften zu zeigen.

Der Sprecher des Hersfelder Ortsverbandes, Jörg Althoff, will das Thema jetzt auf die Tagesordnung der grünen Stadtpolitik zu setzen. „Vom privaten Häuslebauer wird zu Recht gefordert, dass er sein Haus nach dem neusten Stand der Technik gegen Wärmeverluste ausrüstet. Dass Geschäftsbetreiber hier offenbar eine Gesetzeslücke auf Kosten der Umwelt ausnutzen, sei in einer Stadt, die sich im Klimaschutz stark engagiert, nicht weiter hinnehmbar“, erklärte Althoff. (red/kai)

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