Kataster soll gesunden Baumbestand in Bad Hersfeld sichern helfen

Grüne Buchführung

Dennis Schäfer (links) und Immanuel Werner untersuchen einen Baum mit dem Resistographen auf morsche Stellen. Foto: nh

bad hersfeld. Aufmerksame Betrachter haben sich möglicherweise schon über die etwa zwei Euro großen Aluplaketten an den Bäumen in Parkanlagen, an Straßen und Parkplätzen der Kreisstadt gewundert. Seit etwa zwei Jahren hat die Stadtverwaltung Bad Hersfeld durch ein Sachverständigenbüro ein so genanntes Baumkataster aufstellen lassen, erläutert Horst Gerlich, der Referent des Bürgermeisters. Insgesamt sind mehr als 2000 Bäume auf den Friedhöfen und in den Grünanlagen erfasst. Die Ziffer auf der Plakette führt zusammen mit dem Stadtteil beziehungsweise der Straße zu einem Datenblatt, auf dem der jeweilige Baum ob jung oder alt, ausführlich beschrieben ist.

„Neben Art und Standort sind eine ganze Reihe von Merkmalen aufgeführt, aus denen deutlich der Allgemeinzustand abzulesen ist“, sagt Gerlich. Die städtischen Bäume werden regelmäßig durch entsprechend ausgebildete Mitarbeiter kontrolliert und die Ergebnisse dem Kataster zugeführt. Aus dieser „grünen Buchführung“ können dann rechtzeitig geeignete Pflegemaßnahmen, beziehungsweise im ungünstigsten Fall notwendige Fällarbeiten abgelesen werden. Ähnlich wie beim Hausarzt sind dem „Patientenblatt“ mittelfristig aber auch deutlich die Ergebnisse von Pflegemaßnahmen und einiges mehr zur Sicherung eines gesunden und ästhetisch wertvollen Baumbestandes zu entnehmen. Weitere Informationen zum städtischen Baumkataster sind unter Telefonnummer 06621/201328, Frau Nuhn, zu erfahren.

„Leider müssen auch in diesem Jahr wieder einzelne Bäume gefällt werden, deren Verkehrssicherheit – darunter versteht man allgemein die Stand- und Bruchsicherheit – nicht mehr gewährleistet ist“, bedauert Gerlich. Die Arbeiten sind in den vergangenen Tagen und Wochen vor Beginn der Brut- und Setzzeit vorgesehen und betreffen Bäume in der Kernstadt sowie in den Ortsteilen Sorga, Kathus, Beiershausen und Kohlhausen.

Eine circa 80 Jahre alte Linde an der Bundesstraße B 62 wurde im letzten Jahr vom Blitz getroffen. Wie der städtische Landschaftsplaner, Klaus Gärtner mitteilt, soll aus Teilen des abgestorbenen Baumes eine weitere Tierskulptur für den Kinderweg im Solztal entstehen. So gelingt es Bäume sinnvoll weiter zu verwenden.

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